
06.12.05: Gespräch mit Roman-Autor Roman Rausch
"Erfolgsrezepte fürs Schreiben kenne ich nicht": Zur Arbeit des Würzburger Autorenkreises und zur Triebfeder des Schreibens befragte Raphael Mankau den erfolgreichen Roman-Autor Roman Rausch. Dieser ist Mitautor des im Mankau Verlag erschienenen "WürzBuchs" des Würzburger Autorenkreises.
Herr Rausch, welche Motive und Impulse führten im Sommer 2004 zur Gründung des Würzburger Autorenkreises?
Rausch: Der Anruf einer Bekannten, die im Würzburger Raum nach Gleichgesinnten, also Schreibern suchte. Ich musste sie enttäuschen, da es zu jener Zeit keine feste mir bekannte Gruppe von Schreibern gab. Ich schlug ihr dann vor, selbst einen zu gründen. Und siehe da, es klappte. Die heutigen Mitglieder waren alle an einem Autorenkreis interessiert.
Inwiefern kümmern sich im Autorenkreis erfahrene Autoren um "Neulinge"? Wie sieht die Unterstützung aus?
Rausch: Erfolgreiche Schriftsteller geben gerne ihre Erfahrungen weiter. Das gehört zum Beispiel in Amerika zum guten Ton. Dort sieht man auch mal einen Stephen King in einer Vorlesung, wenn er über das Schreiben zu Studenten spricht. Bei uns in Deutschland ist das selten der Fall, und wenn, dann in einem ziemlich verkopften Kontext.
Beim WürzBuch war es konkret der Fall, dass die erfahrenen Autoren einen Lektorat-Arbeitskreis gründeten, in dem alle Texte, gerade die der unerfahrenen, u.a. auf Struktur und Charakterisierung abgeklopft wurden. In der Nachbesprechung waren alle beteiligten Autoren von diesem Umgang mit Autor und Text begeistert. Wir werden das fortführen.
Wie sind Sie selbst zur "Schreiberei" gekommen? Gibt es ein Erfolgsrezept zum Bestseller-Autor?
Rausch: Schreiben gründet auf Schmerz. Dieser erstreckt sich über das unbewältigte Trauma bis hin zur Sehnsucht. Schreiber sind an Herz, Seele und Verstand verletzt. Die Wunde zu schließen ist ihre Triebfeder. So war/ist es zumindest bei mir. Von Feierabend- oder Hobbyschreibern halte ich nicht viel. Die Ergebnisse sind meist enttäuschend, blutleer und wirken aufgesetzt.
Mitte dreißig hatte mein Leben eine dramatische Wendung genommen. Ich stellte fest, dass ich in einem fremden Traum gefangen war. Aus dieser Fernsteuerung befreie ich mich bis heute mit jedem Buch, das ich schreibe.
Erfolgsrezepte fürs Schreiben kenne ich, wie jeder andere auch, natürlich nicht. Garantien sind Blödsinn. Was jedoch hilfreich ist, ist eine gute Spur Talent und darüber hinaus drei Eigenschaften, die man gemeinhin nicht mit dem Schreiben in Verbindung bringt: Disziplin, Fleiß und Beharrlichkeit.
Jede Tür, die vor/auf meine Nase zugeschlagen wurde, motivierte mich umso mehr. Dank daher an alle meine Nörgler und Ablehner. Sie waren es, die mir die Kraft gaben.
Empfohlene Netz-Adressen:
- Würzburger Autorenkreis
- Roman Rausch im Internet
- storials - Schreiben im Studium