
Sommer: Sicher der wichtigste Grund ist das Versagen der etablierten Medizin in vielerlei Bereichen. Die ganze Argumentation für oder gegen die Homöopathie lässt sich auf einen ganz einfachen Nenner bringen: Würde die konventionelle Medizin für die meisten Gesundheitsprobleme eine zufriedenstellende Lösung anbieten, wäre niemand ernsthaft an der Alternativmedizin und damit an der Homöopathie interessiert. Während die Schulmedizin heutzutage gerade bei der Notfallversorgung, bei hochakuten, lebensgefährlichen Erkrankungen, bei Organversagen und bei Operationen im Vergleich zur Zeit des Homöopathie-Gründers Samuel Hahnemann (1755 – 1843) nahezu Unmögliches vermag, lässt ihre Effektivität bei dem Heer an chronischen Beschwerden, bei Krebs, bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bei der Masse an Befindungsstörungen jede Menge zu wünschen übrig. Glaubte man vor gut 20 Jahren noch nahezu uneingeschränkt an „die Götter in Weiß“, ist man heute vielfach skeptisch geworden. Die Unzulänglichkeiten der Schulmedizin werden nicht mehr gottgewollt hingenommen, der kranke Mensch will mehr. Und hier hat sich die Homöopathie als sehr erfolgreich erwiesen.
Viele „Austherapierte“, denen die etablierte Medizin nicht helfen konnte, kommen nach einem langen Leidensweg zur Homöopathie und finden dort Linderung oder gar Heilung. So etwas überzeugt natürlich auf Dauer. Und die meisten Kohorten- oder Anwendungsstudien der letzten Jahre geben den zufriedenen Anwendern homöopathischer Mittel recht. In einigen Studien schneidet die homöopathische Behandlung sogar besser ab als die dort angewandte Schulmedizin.
Der zweite große Grund für die Abwendung von der Schulmedizin ist die Masse an Neben- und Wechselwirkungen konventioneller Medikamente. Man muss nur den Beipackzettel recht harmloser Präparate wie Aspirin oder Paracetamol durchlesen, um einen Eindruck davon zu bekommen, welches Gefahrenpotential in diesen Pillen überhaupt steckt. Aspirin darf Kindern nicht verabreicht werden, weil es bei ihnen eine seltene, aber möglicherweise tödliche Krankheit, das Reye-Syndrom, auslösen kann. Paracetamol ist in hohen Dosen stark leberschädigend; bei Kindern, bei denen es oft zur Fiebersenkung angewendet wird, steigt dosisabhängig das Risiko, an Asthma und Allergien zu erkranken. Viele, und nicht nur Eltern, sind deshalb bei der Anwendung konventioneller Medikamente vorsichtig geworden. Denn muss man wirklich immer gleich etwas schlucken, was möglicherweise einen Haufen Nebenwirkungen hat? Oder sollte man gerade bei banalen Beschwerden und Erkrankungen nicht besser natürliche und nebenwirkungsfreie Heilmittel wie Homöopathika probieren? Studien aus Deutschland und Amerika weisen darauf hin, dass ärztliche Kunstfehler und konventionelle Medikamente in diesen Ländern die dritthäufigste Todesursache darstellen! Besonders die Kombination verschiedener chemischer Präparate dürfte oftmals verhängnisvoll sein, da über die Interaktionen der Inhaltsstoffe im menschlichen Organismus wenig bekannt ist. Das führt dann zu manch krankmachendem oder gar tödlichem Cocktail. Die Frage, ob das wirklich sein muss, hat der Schussbericht des Schweizer Programms „Evaluation Komplementärmedizin“ (PEK) beantwortet. Die Schweiz hatte von 1999 bis 2004 alternative Heilverfahren, unter ihnen die Homöopathie, in die dortige medizinische Grundversorgung aufgenommen und nach den fünf Jahren ausgewertet. Die Schweizer Experten kamen damals zu dem Schluss, dass die Schulmedizin bei bestimmten Indikationsgebieten gar keine Alternative zur Homöopathie habe oder nur Medikamente mit beträchtlich höherem Risikopotential. Das gelte gerade bei Kindern mit ihren typischen Erkrankungen, aber auch bei Frauen, beispielsweise während der Schwangerschaft. Trotz dieser positiven Bewertung ihres Expertenteams entschied sich die Schweizer Regierung damals gegen die Homöopathie, ja gegen die gesamte Komplementärmedizin – eine fragwürdige Entscheidung, die sich die Mehrheit der Schweizer nicht bieten lassen wollte. In einem Volksentscheid sprachen sie sich im Jahr 2009 für die Verankerung der Komplementärmedizin (und damit auch der Homöopathie) in die Verfassung aus. Und neue Erkenntnisse in der Säuglingsheilkunde geben dem Schweizer Volk und seiner PEK-Expertenrunde heute recht: Schon eine einmalige Antibiotikagabe in den ersten sechs Lebensmonaten erhöht drastisch die Wahrscheinlichkeit, später an Asthma zu erkranken, die inzwischen häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter! Eine oft auftretende akute Erkrankung in dieser Lebensphase ist die Mittelohrentzündung (Otitis media). Während es noch vor 15 Jahren als ein Kunstfehler unter Ärzten galt, bei einer akuten Otitis media nicht umgehend ein Antibiotikum zu verordnen, weiß man heute durch etliche neuere Studien, dass Antibiotika hier im Vergleich zum Placebo nur geringfügig die Wahrscheinlichkeit erhöhen, schneller gesund zu werden. Im Mittel werden etwa sieben von 100 Kindern mit Antibiotika ein wenig schneller wieder fit als mit einem Scheinmedikament ohne Inhaltsstoff. Doch zu welchem Preis! Möglicherweise lebenslangem Asthma oder nervigen Allergien? Wenn man dann noch weiß, dass eine qualitativ hochwertige Doppelblindstudie zur Homöopathie zeigen konnte, wie homöopathische Mittel die Schmerzen bei der Mittelohrentzündung von Kindern schon innerhalb der ersten 24 Stunden deutlich reduzieren, dann bietet sich die Homöopathie hier als eine echte Alternative an.

Sommer: Das häufigste Argument ist, homöopathische Mittel seien Scheinmedikamente ohne Inhaltsstoff. Denn bei deren Herstellung werden die Ausgangssubstanzen dynamisch und schrittweise verdünnt. Dabei wird jede Verdünnungsstufe stark verschüttelt. Diese werden dann Potenzen genannt. Etliche Studien haben gezeigt, wie wichtig dieses Potenzieren für die Wirksamkeit homöopathischer Mittel ist. Würde einfach nur verdünnt, ginge ihre Wirkung bald verloren. Skeptiker behaupten nun, dass homöopathische Mittel nicht wirken können, weil sie so sehr verdünnt seien, dass sie nichts mehr enthalten. Das ist eine grobe Simplifizierung des Sachverhalts, denn die homöopathischen Tiefpotenzen enthalten ganz sicher noch chemisch nachweisbare Spuren der Ausgangssubstanz. Gerade um starke Nebenwirkungen zu vermeiden, fing der Gründer der Homöopathie im 18. Jahrhundert an, die zu prüfenden Substanzen zu verdünnen. Denn die Schulmedizin seiner Zeit, die mittels Aderlass und giftigster Antibiotika – damals verwendete man hier Quecksilber! – mehr Menschen umgebracht als kuriert haben dürfte, war ihm ein Greul. Bei seiner eigenen Therapieform stellte er nach und nach fest: je höher die Potenz, desto sanfter, nebenwirkungsärmer, aber auch nachhaltiger die Wirkung des Mittels. Das war ganz einfach ein Erfahrungswert, den er über die Jahrzehnte in seiner Praxis gemacht hatte und der sich bis heute millionenfach bestätigt hat. Dabei war schon zu seiner Zeit bekannt, dass Potenzen über der D24 oder C12 einen so hohen Verdünnungsgrad erreichen, dass rechnerisch kein Molekül der Ausgangssubstanz mehr vorhanden sein kann. Das hielt ihn nicht davon ab, in diese Richtung weiter zu forschen.
Wenn heute also Skeptiker medienwirksam mit der „Aktion 10:23“ vor der Kamera fläschchenweise Arsenicum album C30 essen, dann wissen sie sehr wohl, dass es darin keine chemischen Moleküle mehr gibt, die noch eine Arsenvergiftung auslösen könnten. So können sie logischerweise laut tönen, die Homöopathie sei nicht wirksam. Gleichzeitig beweisen sie aber damit, dass sie ansonsten von der Heilmethode Hahnemanns ganz offensichtlich nicht den geringsten Schimmer haben. Würde man ihnen allerdings Arsen in einer D2-Tiefpotenz anbieten, die lege artis natürlich auch ein homöopathisches Mittel ist, würden sie es hoffentlich ablehnen, diesen Versuch zu wiederholen. Denn selbst in einer Verdünnung von 1:100 würde Arsen noch Vergiftungssymptome hervorrufen können. Genau deshalb hatte Hahnemann ja immer weiter verdünnt!
Wir können uns bis heute wissenschaftlich nicht zufriedenstellend erklären, was in den Hochpotenzen genau wirkt, nur eines ist dabei sicher: Auf chemischer Basis kann das nicht sein. Wissenschaftler vermuten deshalb, dass hier eine biophysikalische Wirkung zum Tragen kommt. Was aufgeschlossene Skeptiker aber wirklich nachdenklich machen sollte, ist die Tatsache, dass Tief- und Hochpotenzen ganz ähnliche Wirkung zeigen. Kann man sich dabei die Wirkung der Tiefpotenzen gerade noch anhand von chemischen Modellen erklären, geht das bei der Hochpotenz nicht mehr. Und dennoch zeigt sich eine vergleichbare Wirkung. Das kann ja eigentlich nur bedeuten, dass das biophysikalische Signal, das wir nun in einer Hochpotenz vermuten, im kranken Organismus eine ähnliche Wirkung auslöst wie eine stark verdünnte chemische Lösung.
Hierfür gibt es heute schon sehr gute Erklärungsmodelle und Theorien, aber der definitive Beweis steht noch aus. Das wäre ein berechtigter Einwurf der Skeptiker.
Ein weiteres mächtiges Argument der Gegner steht im Raum: Die wissenschaftliche Studienlage würde klar belegen, dass die Homöopathie nicht wirkt. Doch nichts könnte falscher sein! Es ist heute eindeutig bewiesen, dass die Homöopathie eine hochwirksame Therapieform darstellt. Selbst ihre größten Kritiker, wie beispielsweise Prof. Dr. Edzard Ernst, der den Lehrstuhl gegen Komplementärmedizin an der Universität Exeter innehat, müssen das zähneknirschend eingestehen. Man spricht da nun gar von einer Art „Superplacebo“, also einem Placebo, das aber dann doch irgendwie besser als ein übliches Placebo wirkt. Homöopathen seien gute Ärzte, sagt Ernst, weil sie ein enormes Gespür für ihre Patienten haben und sich viel Zeit nehmen können. Durch ihre sogenannten „Kuschelsprechstunden“, wie die homöopathische Konsultation auch gerne von den Gegnern abgetan wird, erreichten sie ihre großen Erfolge, nicht durch die Kügelchen. Und das sei halt ethisch nicht haltbar, unseriös und Betrug am Patienten! Wenn ich das also zusammenfassen darf: Der Homöopath ist somit ein guter Arzt, der allerdings durch seine effektive Therapie, die aus Hinwendung zum Patienten und dem Einsatz nebenwirkungsfreier, harmloser Zuckerkügelchen besteht, sich des unethischen Verhaltens und des Betruges an seinen gesundenden Patienten schuldig macht.
Wenn man den Skeptikern weiterhin Glauben schenken darf, dann gehe aus der wissenschaftlichen Studienlage angeblich eindeutig und klar hervor, dass die homöopathischen Mittel nicht besser als ein Scheinmedikament, ein Placebo wirkten. Natürlich gäbe es da hin und wieder, also vereinzelt, eine Studie, die eine Wirkung nachweisen würde, aber das seien doch einfach nur statistische Ausrutscher.
Auch das ist falsch! Tatsache ist, dass die Veronica-Carstens-Stiftung bis 2005 im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) alle bis dahin durchgeführten Homöopathiestudien ausgewertet hatte. Von 340 randomisierten klinischen Studien zur Homöopathie zeigten 67 Prozent und bei 140 Studien in der Tierheilkunde über 50 Prozent ein positives Ergebnis. In der Grundlagenforschung waren bis dahin 1.089 veröffentlichte Experimente erfasst, die in über 80 Prozent für die Homöopathie sprachen. Also nicht die vereinzelte Freak-Studie, sondern die Mehrzahl aller wissenschaftlichen Untersuchungen spricht für die Wirksamkeit der homöopathischen Mittel!
Nun wurde von den Skeptikern hervorgehoben, nicht jede Studie sei gleich gut; da müsse man schon das ganze „Unkraut“ jäten und nur die wirklich guten dürften zählen, die dann in sogenannten Metaanalysen zusammengefasst und untersucht werden müssten. Bis Mitte 2005 waren vier große Übersichtsarbeiten oder Metaanalysen zur Homöopathie vorgenommen worden. Und bis auf eine zeigten sie, dass eine überraschend große Anzahl der Studien von guter Qualität positive Ergebnisse für die Homöopathie hervorbrachten. Wurden allerdings nur die größten Studien selektiv untersucht, ergab sich ein weniger deutlicher Effekt zugunsten der homöopathischen Mittel. Trotzdem ließ sich eine Wirksamkeit über Placebo nicht mehr völlig absprechen.
Im August 2005 erschien dann aber eine Metaanalyse in der medizinischen Zeitschrift Lancet, die der Homöopathie ganz offensichtlich den Garaus machen sollte. Ich habe das ausführlich in meinem Buch im Kapitel „Der Skandal“ abgehandelt, aber nur so viel dazu: Das Editorial hatte allein schon mit der Sensationsüberschrift „Das Ende der Homöopathie“ weltweit Aufsehen erregt. In dieser „modernsten und bisher besten“ Analyse wurden aus 110 meist positiven Homöopathiestudien die acht größten herausgenommen und gemeinsam untersucht. Anhand von nur diesen acht Studien kam der Artikel im Lancet zu dem Schluss, dass die gesamte Homöopathie nicht wirksam sei. Seit 2008 sind allerdings so gravierende Mängel dieser Metaanalyse bekannt, dass selbst der Elsevier-Verlag, der die Zeitschrift Lancet publiziert, in einer Pressemitteilung unter der Überschrift »Neue Beweise für die Homöopathie« mitteilte, diese Metaanalyse, die behauptet hatte, die Homöopathie sei nur Placebo, sei äußerst mangelhaft gewesen.
Bei einem Versuch, die Studienlage neutral zu beurteilen, lässt sich somit zusammenfassen: Als Therapieform ist die Homöopathie eindeutig effektiv, bei der Wirksamkeit der Mittel spricht aber die Studienlage bisher weder klar für noch gegen die Homöopathie. Weitere Forschung ist meines Erachtens hier dringend notwendig. Das aber wollen die Skeptiker und Gegner anscheinend möglichst vermeiden.
Was verhindert Ihrer Meinung nach die Anerkennung homöopathischer Verfahren von der so genannten „rationalen“ Wissenschaft?Sommer: Zum Ersten bräuchte es weitere Studien guter Qualität. Denn deren Anzahl zur Homöopathie ist winzig im Vergleich zu der Studienlage der Schulmedizin. Dabei müssen diese Studien auch auf das Wesen, auf die Eigenheiten der Homöopathie eingehen, wollen sie repräsentative Ergebnisse hervorbringen. Denn auch eine konventionelle Studie über die Wirksamkeit eines Antibiotikums wird – da kann es noch so effektiv sein – immer negativ ausfallen, wenn es nur gegen virale Erkrankungen eingesetzt wird, gegen die Antibiotika grundsätzlich nicht helfen. Vergleichbar schlechte Studien wurden aber immer wieder zur Homöopathie gemacht, die dann natürlich keine Wirksamkeit zeigen konnten und das Bild arg verzerren.
Hier fehlt es vorrangig an der Finanzierung. Dabei haben mächtige Interessengruppen ihre Finger im Spiel, die am Aufkommen der Homöopathie keinerlei Interesse haben können.
Teilweise werden da auch Skeptiker-Organisationen gesponsert, deren Anhänger oftmals ein ähnlich erkenntnistheoretisches Problem mit Homöopathie zu haben scheinen, wie die meisten Wissenschaftler zur Zeit Galileis mit dem heliozentrischen Weltsystem. Auch die konnten zu diesem Zeitpunkt einfach nicht glauben, dass die Erde sich um die Sonne dreht.
Aber auch die Zerstrittenheit unter den Homöopathen ist ein Hemmschuh. Statt sich vereint um eine grundlegende wissenschaftliche Erklärung zur Wirksamkeit der Homöopathie zu bemühen, ergeht man sich im Zwist, wer jetzt ein richtiger Homöopath sei und wer nicht. Die Studienlage zur Homöopathie zeigt heute, dass sowohl die Einzelmittel der Klassischen oder „wahren“ Homöopathen als auch die Komplexmittel der „Bastard“-Homöopathen hoch wirksam sein können. Wichtig scheinen dabei zwei Faktoren zu sein: das spezielle Verdünnen oder Potenzieren des Ausgangsstoffs und das Ähnlichkeitsprinzip. Dem muss in der Forschung nachgegangen werden!
Als eines der Hauptfundamente der Homöopathie kann das „Ähnlichkeitsprinzip“ bezeichnet werden. Was versteht man darunter und worin liegt der Unterschied etwa zur Immunisierung durch Impfung?
Sommer: Das Ähnlichkeitsprinzip basiert auf Hahnemanns Grundsatz: Ähnliches möge mit Ähnlichem geheilt werden. Das bedeutet nichts anderes, als dass der Homöopath einem Kranken, dessen Symptome wie Kräfteverfall, Durchfall, Schwäche oder Unruhe an eine Arsenvergiftung erinnern, Arsen in einer homöopathischen Dosis gibt. Selbstverständlich wird man hier nicht eine immer noch toxische Tiefpotenz wählen, sondern eher eine höhere Potenz. Sie kann keinen Schaden anrichten, und aus Tierversuchen wissen wir sogar, dass sie selbst bei der echten Arsenvergiftung dem Organismus hilft, den giftigen Stoff über die Nieren verstärkt auszuscheiden. Hohe Verdünnungen einer giftigen Substanz scheinen somit in einer Art Umkehreffekt eine kurative Wirkung bei Krankheitszuständen zu entfalten, die an Vergiftungssymptome genau dieser Substanz erinnern. Und haben sich nicht schon römische Kaiser genau mit Hilfe dieses Umkehreffekts erfolgreich vor Giftmord geschützt, indem sie kleinste Dosen von Gift präventiv einnahmen? Ja, selbst eine der größten medizinischen Errungenschaften basiert auf diesem Umkehreffekt: die Impfungen. Wobei die Pockenimpfung ein geradezu klassisches Beispiel für das Ähnlichkeitsprinzip ist, da für diese eine abgeschwächte Form der Kuhpocken verwendet wurde. Die Kuhpocken lösen beim Menschen eine ähnliche, aber weniger gefährliche Krankheit aus wie die normalen Pocken. Bei Impfungen wie auch bei der Desensibilisierung verwendet die konventionelle Medizin also Prinzipien, die auf dem Umkehreffekt oder gar dem Ähnlichkeitsprinzip der Homöopathie beruhen. Selbst der Homöopathiegründer Hahnemann hat deshalb die Pockenimpfung gepriesen. Der größte Unterschied zwischen Homöopathie und Impfungen liegt darin, dass erstere die Ausgangssubstanz so weit abschwächte, dass sie keinen Schaden mehr anzurichten vermag. Das ist bei den Impfungen nicht geschehen. So sind diese bis heute mit teilweise schwerwiegenden Nebenwirkungen selbst mit Todesfolge behaftet, wie sich gerade erst wieder in Japan bei vier Kindern zeigte, die kurz nach der Impfung verstarben. Wobei hier auch Spuren adjuvanter Hilfsstoffe wie Quecksilber, Antibiotika und selbst krebsauslösender Substanzen eine Rolle spielen können. Impfstoffe waren in der Vergangenheit zudem manchmal mit gefährlichen Fremdviren verschmutzt. Diese ganze Problematik umgeht die Homöopathie durch ihre hohen Verdünnungen. Deshalb könne sie auch nicht wirken, lästern die Skeptiker. Ihrer Meinung nach müsse ein Mittel, das heilen könne, auch Nebenwirkungen haben – so halt auch die Impfungen. Der größte Feldversuch in der Geschichte der Homöopathie spricht hier eine andere Sprache: 2007 und 2008 wurden 2,3 Millionen (!) Kubaner mit einer homöopathischen Hochpotenz gegen die Leptospirose, eine Zoonose, geimpft, die in den Überschwemmungsgebieten alljährlich ausbricht. Die Erkrankungsrate ging daraufhin drastisch zurück.
Sie vergleichen den Gründer der homöopathischen Medizin, Samuel Hahnemann, mit Galileo Galilei und seinem Kampf gegen die Lehrmeinung der Kirche. Wo genau sehen Sie Parallelen?
Sommer: Galileo Galilei kämpfte nicht gegen die Lehrmeinung der Kirche. Als Wissenschaftler wollte er nur etwas richtig stellen. Dass nämlich seiner Meinung nach die kopernikanische Theorie eines heliozentrischen Weltsystems richtig sei. Während die Reaktion der Kirche heute nur allzu bekannt ist, sollte nicht vergessen werden, dass es die Wissenschaftskollegen gewesen waren, die Galilei an die Inquisition verpfiffen hatten. Erst 250 Jahre später, als es gar nicht mehr anders ging, als Isaak Newton es schon lange bewiesen hatte, schwenkte die Lehrmeinung endlich auf breiter Basis um. Es hatte den damaligen Wissenschaftlern ganz offensichtlich nicht gepasst, dass Galileo Galilei mit seiner Behauptung die gültige Lehrmeinung auf den Kopf gestellt hätte. So hat man ihn auf elegante Weise kaltgestellt.
Auch Samuel Hahnemann war seinen zeitgenössischen Kollegen ein Dorn im Auge. Griff er doch die Kollegschaft und ihre Arbeitsmethoden aufs Schärfste an, indem er sie samt Aderlass und den gängigen hochgiftigen Medikamenten an den Pranger stellte. Ärgerlicherweise feierte er bei den großen Epidemien seiner Zeit mit seinen komischen Kügelchen, in denen nichts oder kaum mehr etwas nachzuweisen war, dann auch noch Riesenerfolge. Man versuchte daraufhin allerdings, ihm das Leben in Deutschland so madig wie nur irgendwie möglich zu machen. Immer wieder musste er umziehen, bis er schlussendlich in Paris eine zweite Heimat fand. Seit 200 Jahren beißen sich die Gegner der Homöopathie dabei an dem Argument fest, dass in den homöopathischen Hochpotenzen nichts mehr sei, was wirken könne. Dass dies bei den Tiefpotenzen anders ist, lassen sie dabei geflissentlich beiseite. Und dass Hoch- und Tiefpotenzen ganz ähnlich Effekte zeigen, darauf gehen sie überhaupt nicht ein. Der Arbeitstitel meines neuen Buches lautete ursprünglich „Der Galileo-Effekt in der Homöopathie“, denn meiner Meinung nach wird die etablierte Wissenschaft auch hier wieder an die 250 Jahre brauchen, bis sich bei ihren Adlaten die Erkenntnis durchsetzt, die heute schon für viele Kinder selbstverständlich ist, da sie die positive Wirkung der Homöopathika meist bereits am eigenen Leib erfahren haben: dass zum Beispiel das homöopathische Belladonna ein hervorragendes Mittel bei fiebrigen Zuständen und Mittelohrentzündungen ist.
Die in Ihrem Buch herangezogenen Studien fördern ganz erstaunliche Erkenntnisse über die Homöopathie zutage. Kann man die Wirkungsweise denn nun „wissenschaftlich“ erklären, und wie hat man sich das vorzustellen?
Sommer: Nun, der wissenschaftliche Beweis zur Wirksamkeit der homöopathischen Mittel steht noch aus. Da die Homöopathie aber als Gesamtkonzept eindeutig erfolgreich und wirksam ist, da ein Überblick über die gesamte Studienlage zeigt, dass die Mehrzahl der gemachten Studien zu Gunsten der Homöopathie ausfällt und da selbst Tiere wunderbar auf homöopathische Mittel reagieren, wobei hier der Placeboeffekt fragwürdig wird und der Begriff „Kuschelsprechstunde“ eine ganz neue Bedeutung erlangt, der vielleicht noch bei einer neurotischen Hundebesitzerin mit ihrem neurotischen Fifi im Sinne der Skeptiker Anwendung findet, aber bei einer homöopathisch behandelten Großtierherde von Rindviechern eine ganz neue Dimension des Superplacebos erlangt, da wird es meines Erachtens notwendig und sinnvoll, Hypothesen und Theorien aufzustellen, wie man sich die Wirkung der homöopathischen Mittel erklären könnte. Und obwohl ich es in diesem Interview schon zweimal erwähnt habe, bringe ich hier noch einmal ein Faktum auf, das bisher von den Skeptikern stets geflissentlich übersehen wurde: In den homöopathischen Tiefpotenzen befinden sich immer noch chemische Restsubstanzen, die bei sensiblen oder – besser ausgedrückt – sensibilisierten Menschen zu einer Reaktion führen können. Dies ist im Rahmen vorhandener Erkenntnisse in der Biochemie theoretisch gut möglich und auch nachvollziehbar. Um es kurz zu fassen: Die für mich schlüssigste Theorie, die ich auch im Buch vorstelle, befasst sich mit der Idee, dass chemische Moleküle in den Tiefpotenzen an den Zellrezeptoren andocken und dort eine heilsame Reaktion auslösen. Das Kuriose ist nun, dass die homöopathischen Hochpotenzen, in denen de facto chemisch nichts mehr ist, eine vergleichbare Wirkung zeigen. Bei der Recherche zum Buch ging ich dieser Tatsache nach und fand Hinweise, dass auch hier wieder die Zellrezeptoren beteiligt sein könnten. Denn viele dieser Rezeptoren scheinen nicht nur auf chemische Moleküle zu reagieren, sondern auch auf elektromagnetische Felder. Sollten sich also in den homöopathischen Lösungen der Hochpotenzen biophysikalische Signale und elektromagnetische Schwingungen „verstecken“, dann könnte darin eine Information gespeichert sein, die in der Folge am Rezeptor, der sowohl für chemische als auch biophysikalische Signale sensibel zu sein scheint, die gleiche Reaktion auslöst. Solchen Fragen geht das Buch nach.
Dieser Umkehreffekt, den die römischen Kaiser schon gegen Giftmord verwendeten, den die konventionelle Medizin erfolgreich bei Impfungen und Desensibilisierungsmethoden und die Homöopathie ganz grundsätzlich anwendet, könnte meines Erachtens auf dem darwinistischen Prinzip der Überlebensoptimierung beruhen. Diese Umkehreffekte dürften in der Biologie entstanden sein, um komplexen lebenden Systemen die Anpassung an schwierige Umweltbedingungen zu erleichtern. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Sieht sich ein Organismus plötzlich chemischen Substanzen ausgesetzt, die erst einmal toxisch für ihn sind, wird er daran erkranken und auch sterben, außer es gelingt ihm, a) sich der Giftquelle zu entziehen oder b) sich anzupassen. Es macht daher nur Sinn, dass diejenigen biologischen Systeme besser überlebensfähig wurden, denen es gelang, im Wasser – der Urquelle allen Lebens – gelöste Minimalmengen eines Zellgiftes zu verwenden, um sich gegen diese toxische Substanz gleichsam zu immunisieren. Homöopathie, Impfungen und Desensibilisierungsmethoden würden somit nur einen Vorgang der Natur imitieren. Ausschließlich der Gründer der Homöopathie erkannte darin allerdings schon ein allgemeingültiges biologisches Prinzip.
Ist die Homöopathie aufgrund der Bedeutung der Information im 21. Jahrhundert nicht vielleicht sogar die eigentlich modernere Medizin im Vergleich zum materialistischen Paradigma etablierter Methoden?
Sommer: Wir wissen bisher noch nicht endgültig, ob in den Hochpotenzen der Homöopathie etwas Wirksames steckt. Doch wir vermuten heute, dass es sich um eine Art biophysikalisches Signal und damit um Informationen handelt, die in den Mitteln gespeichert sind und die an der Zelle dann eine heilsame Reaktion auslösen.
Damit wäre die Homöopathie modernste Informationsmedizin und könnte in Zukunft die Allgemeinmedizin um ein ganz neues Behandlungsgebiet erweitern, das sie bisher mit ihren auf purer Chemie basierenden Medikamenten gar nicht erreichen kann. Ich spreche von einer neuen pathologischen Ebene, die ich im Buch auch postuliere. Während man im mechanistischen Zeitalter erkannte, dass vieles im menschlichen Körper wie eine Maschine funktioniert – Paradebeispiel wäre das Herz als Pumpe –, wurde im Zeitalter der Biochemie offensichtlich, dass das Herz-Kreislaufsystem auch von vielen biochemischen Faktoren abhängt. So wissen wir heute im Detail um die Wichtigkeit eines gesunden Kaliumgehalts in den Herzmuskelzellen, der eine geregelte Funktion dieser Pumpe garantiert. Seit Alters her wissen wir auch um den Einfluss der Information auf das Herz. Die Psychologie, besonders die Psychosomatik, hat sich damit im Detail beschäftigt. Das Herz ist ganz offensichtlich höchst sensibel auf gute wie schlechte Informationen und reagiert dementsprechend. Und ich vermute, dass wir im jetzigen Zeitalter der Informationstechnologie auch feststellen werden, dass selbst Zellen empfindlich auf biophysikalische Signale reagieren, die sie dann krank, aber auch gesund machen können. Meiner Theorie nach stehen somit biophysikalische Veränderungen am Beginn nahezu jeden pathologischen Geschehens, die sich zwar schon in Befindungsstörungen äußern, welche aber noch nicht richtig auf der biochemischen Ebene Fuß gefasst haben. Wetterfühligkeit, zum Beispiel bei Föhn, wäre hier ein gutes Beispiel. Die Homöopathie kennt sich bei diesen Befindungsstörungen extrem gut aus, sind diese doch die ersten Symptome, die bei einer homöopathischen Arzneimittelprüfung auftreten, bei der ein Homöopathikum von einer Reihe gesunder Probanden so lange eingenommen wird, bis sie Symptome entwickeln. Sollte sich die Annahme bestätigen, dass am Beginn meist jeden pathophysiologischen Geschehens zuerst eine Änderung auf biophysikalischer Ebene stattfindet, die dann erst in einer zweiten Stufe zu biochemischen und in einem letzten Schritt zu mechanischen, organisch feststellbaren pathologischen Veränderungen führt, dann wird klar, dass die auf Chemie basierenden konventionellen Medikamente diese erste Ebene pathologischen Geschehens genauso wenig erreichen können, wie sie auch bei der letzten, also bei massiven Organveränderungen eine große Change haben „zu heilen“, bei der dann Operationen (zum Beispiel eine künstliche Herzklappe oder Hüfte) eher Vorrang haben. Die Informationsmedizin Homöopathie würde aber dann gerade bei dieser ersten Stufe pathologischen Geschehens ihre Stärke zeigen. Das könnte auch die Zufriedenheit vieler Homöopathieanwender erklären und deren Frust mit der etablierten Medizin – denn die Homöopathie behandelt auf einer Ebene, die die konventionelle Medizin bisher gar nicht erreicht. In diesem Sinne dürfte die Homöopathie der Schulmedizin dann tatsächlich einen Quantensprung voraus sein. Dabei sind der Homöopathie allerdings genauso Grenzen gesetzt wie der gängig-medikamentösen oder der chirurgischen Medizin. Wer glaubt, homöopathisch einen Herzklappenfehler heilen zu können, liegt meines Erachtens genauso falsch wie jemand, der meint, man könne Wetterfühligkeit mittels einer Operation behandeln. Jede Richtung hat ihre Stärken und Schwächen und sie alle sollten zum Wohl des Patienten eingesetzt werden. Auch wenn ich die Homöopathie für die Medizin der Zukunft halte, meine ich damit nicht, die etablierte Medizin wäre von nun an obsolet. Aber die Homöopathie könnte vielen kranken Menschen sehr viel Leid ersparen, würde sie nur rechtzeitig und in Kombination mit der etablierten Medizin eingesetzt. So erhoffe ich mir noch in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts eine weitgehende Integration homöopathischer Prinzipien in die Mainstream-Medizin.
An einer Stelle wird die Homöopathie als „personotrope oder humane Medizin“ bezeichnet. Was ist darunter zu verstehen und welche Bedeutung hat die Psychologie für die Anwendung homöopathischer Verfahren?
Sommer: Ich lasse das hier noch einmal von Prof. Dr. Ernst, einen der größten Gegner der Homöopathie, auf den Punkt bringen: Homöopathen, sagt er, seien gute Ärzte, weil sie ein enormes Gespür für ihre Patienten haben und sich viel Zeit nehmen können. Unsere Therapiemethode erfordert in der Tat, dass wir uns intensiv mit unseren Patienten beschäftigen. Nur über eine genaue Befunderhebung, die Anamnese, kann es uns gelingen, für die individuellen Beschwerden des Patienten das wirklich ähnlichste Mittel zu finden. Uns reicht die simple Diagnose „Schnupfen“ nicht aus, denn es gibt sowohl Fließ- als auch Stockschnupfen und der Schleim kann in Konsistenz und Aussehen variieren. Für all die unterschiedlichen Schnupfenarten werden jeweils andere Homöopathika verabreicht. Beim chronischen Schnupfen werden wir auch eruieren, warum hier eine Neigung zu Erkältungen besteht: etwa ob dieser Mensch von Natur aus verfroren ist und sich somit nach jeder Verkühlung sofort erkältet oder ob er viel Frust und Ärger mit dem Arbeitskollegen und damit die Nase im wahrsten Sinne des Wortes „voll“ hat. Für all diese unterschiedlichen Zustände, für verschiedene Auslöser und selbst für bestimmte Persönlichkeitstypen, die immer wieder unter ganz bestimmten Beschwerden leiden, existieren homöopathische Mittel, die ganz individuell für den jeweiligen Fall herausgesucht werden müssen. Folglich sind wir Homöopathen gut geschult im Zuhören. Weiterhin legen wir großen Wert auf die Gemütssymptome des kranken Menschen. Sie sind oftmals Wegweiser auf der Suche nach dem passenden Mittel. Somit werden wir aber auch psychologisch tätig. Bereits das aufmerksame Zuhören und Befragen fördert das Vertrauen und ermöglicht dem Patienten, sich zu öffnen. Wenn man bedenkt, dass nach Ansicht der WHO jeder Vierte, der einen Arzt aufsucht, unter einer behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankung leidet, dann wird auch hier die Effektivität des therapeutischen Gesprächs beim Homöopathen offensichtlich. Die homöopathische Behandlung schließt somit eine gewisse psychologische Grundbetreuung fast automatisch mit in sich ein. Kein Wunder also, wenn es vielen kranken Menschen dann besser geht! Sie bekommen hier genau das, was sie brauchen: eine auf den kranken Menschen abgestimmte Therapie, die aus aufmerksamem Zuhören, Zuwendung, Beratung und dem Einsatz harmloser, aber (wahrscheinlich) hochwirksamer Homöopathika besteht. Wer dies als „Kuschelsprechstunde“ abtut, der hat ganz offensichtlich nicht verstanden, um was es bei einer effektiven Behandlung wirklich geht. Denn, um auf das Beispiel mit der „vollen“ Nase zurückzukommen, wenn man einen solchen Patienten einfach immer nur und immer wieder mit abschwellenden Nasentropfen und Antibiotika behandelt, wird man ihm nicht dauerhaft helfen. Ganz im Gegenteil, die wiederholte Anwendung dieser Medikamente führt oftmals zur Zerstörung der gesunden Nasenschleimhaut und der Darmflora mit all den chronischen Konsequenzen solchen therapeutischen Handelns. Zudem erhöht es die Resistenzen gegen Antibiotika. Und warum? Weil der Patient ganz einfach nicht das bekam, was er wirklich gebraucht hätte: psychologischen Rat! Kein Wunder, wenn dieser zusammen mit einer wachsenden Anzahl anderer Fehlbehandelter wieder und wieder die Wartezimmer bevölkert und die Ärzte dann immer weniger Zeit haben.

Sommer: Ganz generell empfehle ich dem „Einsteiger“, die Homöopathie zuerst einmal nur in denjenigen Fällen selbst anzuwenden, in denen man nicht gleich medizinische Hilfe suchen würde. Denn es gibt nur einen großen Fehler, der einem bei der Selbstbehandlung mit Homöopathika unterlaufen kann: nicht rechtzeitig zum Arzt oder Heilpraktiker zu gehen! Ansonsten ist es eine wunderbare Möglichkeit, sich von der Effektivität homöopathischer Mittel zu überzeugen. Besonders, wenn man ihnen erst einmal skeptisch gegenübersteht – in diesem Fall kann der Placeboeffekt ja nicht so recht greifen. Die große repräsentative Allensbach-Umfrage konnte 2009 nicht nur zeigen, dass inzwischen jeder vierte Deutsche ein begeisterter Anhänger der Homöopathie ist, sondern dass auch nur zwei Prozent der Befragten von den homöopathischen Mitteln enttäuscht worden sind. Die Wahrscheinlichkeit, ein positives Erlebnis bei der Anwendung von Homöopathika zu haben, ist somit ausgesprochen hoch. Und haben Sie erst einmal am eigenen Leib erfahren, dass es durchaus auch ohne konventionelle Medikamente geht, dann ist meist die Offenheit vorhanden, auch bei schwerwiegenderen Beschwerden einen Homöopathen oder Heilpraktiker zu konsultieren.
Im vorliegenden Buch beschreibe ich über 30 Mittel bei einer Vielzahl von Beschwerden, doch gefragt, welches die wichtigsten Homöopathika darunter sind, wäre meine Antwort:
- Als erstes Arnica, als das Verletzungsmittel in der Homöopathie schlechthin.
- Als nächstes Nux vomica, das immer dann anzuwenden ist, wenn Sie gestresst und gereizt sind und sich verkatert fühlen. Bei krampfartigen Schmerzen, spastischer Verstopfung, Übelkeit mit Brechwürgen und Spannungskopfschmerzen ist es oft das Mittel der Wahl.
- Bei plötzlichem Fieber, das in die Höhe schnellt, bei pochenden Empfindungen, Fieberdelirium oder akuten Mittelohrentzündungen probieren Sie doch mal bei sich selbst oder bei Ihren Kindern das Mittel Belladonna aus, bevor Sie Fieber- oder Schmerzmittel einnehmen oder geben. Bei Kindern hat sich auch noch Chamomilla extrem gut bewährt, beispielsweise während der Zahnung. Aber nur dann, wenn die Kinder überreizt und überempfindlich sind, man ihnen nichts recht machen kann und sie ständig getragen werden wollen.
Buchtipp:
Sven Sommer
Homöopathie. Warum und wie sie wirkt
- Heilwirkung und Anwendung der Globuli
- Die zehn wichtigsten Konstitutionstypen
- 180 bewährte Behandlungstipps
Mankau Verlag, Mai 2011
14,95 € (D) / 15,40 € (A)
Broschur, 15,1 x 23,5 cm, 335 S.
ISBN 978-3-938396-73-5
Link-Empfehlungen:







