• Interview mit dem TCM-Experten Prof. TCM (Univ. Yunnan) Li Wu: "Chinesische Heilmeditationen bringen Yin und Yang ins Gleichgewicht"

    "Meditation ist eines der bedeutendsten Vermächtnisse aus der über 3000 Jahre alten Geschichte der Traditionellen Chinesischen Medizin. Chinesische Heilmeditationen führen den Menschen auf einem individuellen Weg zu seiner inneren Balance und bringen Yin und Yang ins Gleichgewicht. So erfahren Körper, Geist und Seele eine deutliche Stärkung, der Meditierende kann wieder aktiv und selbstbewusst über sein Leben und seine Gesundheit entscheiden." Der erfolgreiche Therapeut, Autor und TCM-Experte Prof. TCM (Univ. Yunnan) Li Wu (u. a. "Das Buch der Chinesischen Heilkunst" und "TCM für jeden Tag") vermittelt in der "TCM-Box" auf vier Audio-CDs die wertvollsten Heilmeditationen aus dem Reich der Mitte.



    In zahlreichen Veröffentlichungen haben Sie die Traditionelle Chinesische Medizin einem deutschen Publikum schon nähergebracht. Was ist das Besondere an der TCM-Box?

    Dr. Li: Die TCM-Box beinhaltet gleich vier CDs: Herzmeditation, Liebesmeditation, Fünf-Elemente-Meditationen und Heilmassagen. Jede CD führt den Menschen auf einem individuellen Weg zu seiner inneren Balance. Diese CDs sind eine gute Ergänzung zu den Ratgebern, die ich im Mankau Verlag veröffentlicht habe: "Das Buch der Chinesischen Heilkunst", "TCM für jeden Tag", "Heiltees für Körper, Geist und Seele" und "Die Organuhr".

    Bei jeder Behandlung geht es darum, das aus dem Lot geratene Gleichgewicht von Yin und Yang wiederherzustellen. Welche Rolle übernehmen dabei die Meditationen?

    Dr. Li: Meditation bezeichnet man in der Chinesischen Medizin auch als Qi Gong. Es handelt sich dabei um eine Vielzahl verschiedener Übungen, durch die das Qi mittels Atmung, Vorstellungskraft und Bewegung angeregt wird. Durch Qi-Gong-Übungen lassen sich krank machende Innen- und Außenfaktoren ausgleichen, sodass die Balance der Energien von Yin und Yang im Körper wiederhergestellt wird.

    Die Herzmeditation ist eine spirituelle Technik, die in früherer Zeit geheim gehalten und nur durch mündliche Überlieferung weitergegeben wurde. Worin besteht das Geheimnisvolle an ihr?


    Dr. Li: Meditation stellt seit 3000 Jahren eines der bedeutendsten Vermächtnisse aus der Schatzkammer der Traditionellen Chinesischen Medizin dar. Die Schritte der Herzmeditation entlüften den Geheimweg zu einer besonderen Kraft. Ihre wichtigste Grundlage ist die Einheit von Körper, Geist und Seele, die wiederum Teil des von Energie erfüllten Universums ist.

    Worum geht es eigentlich bei der Liebesmeditation? Hat diese irgendetwas mit der indischen Tantrapraxis zu tun?

    Dr. Li: Die Liebesmeditation ist traditionell Teil der Herzmeditation. Ausgehend vom kontrollierten Atem, eng angelehnt an die Basisübungen des Qi Gong, geht es hier um die innere Sammlung, bei der Körper, Geist und Seele eine deutliche Stärkung erfahren. Außerdem werden bestimmte Informationen an tiefer gelegene Organe – die Geschlechtsorgane eingeschlossen – abgegeben und die Durchblutung sowie der Energiekreislauf gefördert. Im Vergleich zur indischen Tantrapraxis ist die Energiestufe wesentlich reiner und höher. In der Meditation bezeichnen wir die Liebe als "Großliebe" und "Urvertrauen", zum Beispiel die Liebe zu unserem Planeten Erde, die Liebe zum Buddhismus oder zu Jesus Christus. Liebe im indischen Tantra ist mehr auf einzelne Körperteile und deren Energiekreisläufe fokussiert.



    Was bedeuten die Fünf Elemente in der Traditionellen Chinesischen Medizin? In welcher Beziehung steht die entsprechende Ernährungslehre zu den Meditationen?

    Dr. Li: Die Fünf Elemente sind Ausdruck des Denkens in Kreisläufen innerhalb der chinesischen Philosophie. Dabei werden alle Phänomene und Abläufe in der äußeren Natur, aber auch im Menschen erfasst: die Jahreszeiten, die Tageszeiten, die Lebensphasen, die Energien in den Meridianen, Farben, Geschmack, körperliche Prozesse und auch seelische Qualitäten. In den Fünf-Elemente-Meditationen lenkt man seine Gedanken auf die Elemente Wasser, Holz, Feuer, Erde und Metall sowie auf die Entwicklung des Seins, des Werdens, Wachsens und Vergehens. Zeit spielt dabei keine Rolle.
    Die Ernährung spielt in der Fünf-Elemente-Lehre eine wichtige Rolle. Um die Energie eines bestimmten Elements zu bekommen, ist es immer ideal, sich mit den entsprechenden Lebensmitteln und Gewürzen zu ernähren. In meinem Ratgeber „Das Buch der Chinesischen Heilkunst“ habe ich diesem wichtigen Thema ein eigenes Kapitel gewidmet.

    Ein wesentliches Element des Heilwissens ist die so genannte Tuina-Therapie. Was muss man sich darunter vorstellen?

    Dr. Li: Die Tuina-Therapie stärkt die Abwehrkräfte, lindert Schmerzen und löst Blockaden. Wie die Akupunktur stützt sich die Tuina-Heilmassage auf die Lehre von den Meridianen. Gezielte Berührungen von den Füßen bis zum Kopf wirken dabei entspannend und beruhigend. Nach aktuellen wissenschaftlichen Forschungen liegen die Meridiane ziemlich nah am Nervensystem. Daher wirken Tuina-Meditation und Tuina-Therapie stärkend auf die Zentralnerven und ausgleichend auf die psychische und physische Ebene.

    Die Methoden der TCM lassen sich hervorragend bei der Behandlung von Alltagsbeschwerden einsetzen. Was sollte der Laie dabei beachten?

    Dr. Li: Hier empfehle ich, die folgenden drei Punkte zu beachten:


    1. Nicht mit leerem Magen meditieren oder behandeln. Halb voll ist der ideale Zustand.
    2. Wenn mit der Meditation bestimmte Beschwerden gelindert werden sollen, sollte man nach Möglichkeit die Organuhr berücksichtigen. Wenn zum Beispiel ein Patient Herzbeschwerden hat, sollte er zur Mittagszeit zwischen 11 und 13 Uhr meditieren. Patienten mit Unterleibsbeschwerden oder Libidostörungen sollten zwischen 19 und 21 Uhr meditieren. In der Früh zwischen 5 und 7 Uhr ist die beste Meditationszeit für körperliche Entgiftung.
    3. Vor der Meditation sollte keine Aufregung herrschen. Während der Meditation sollte man in sich hineinhorchen und sich auf seine Wahrnehmungen fokussieren, wie zum Beispiel körperliche Wärme oder Kälte, Kribbeln, Energieschub etc. Nach der Meditation unterstützt ein Glas Wasser die Ausscheidung von Schlacken und Giften.


    Sind für die Durchführung der Heilmeditationen spezielle Voraussetzungen und Vorkehrungen erforderlich? Womit beginnt man am besten?

    Dr. Li: Man sollte lockere, bequeme Kleidung tragen, keinesfalls etwas Einengendes. Suchen Sie einen schlichten Raum auf, der nicht zu viele dekorative Gegenstände enthält. Wenn Sie im Freien meditieren, setzen Sie sich am besten unter einen Baum, in einem Abstand von ca. zwei Metern. Die Blätter des Baumes sollten sanft gerundet sein, nicht spitz.
    Beginnen Sie am besten mit Atemübungen. Dann folgen Sie mit Ihren Sinnen, Ihren Körpergefühlen und Ihrer Achtsamkeit dem Meditationsinhalt. Danach können Sie in Ihre eigene Intuition und Inspiration hineinspüren. Viel Erfolg!



    Buch-Tipp:
    Prof. TCM (Univ. Yunnan) Li Wu: TCM-Box. Bewährte Heilmeditationen aus dem Reich der Mitte. Herzmeditation • Liebesmeditation • Fünf-Elemente-Meditationen • Heilmassagen. CD-Box: 4 Audio-CDs, 16-seitiges Booklet; Gesamtlaufzeit: ca. 211 Min., Mankau Verlag, 1. Aufl. Sept. 2014 UVP 29,95 Euro (D/A), ISBN 978-3-86374-187-7.

    Link-Empfehlungen:
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    Mehr zum Autor Prof. TCM (Univ. Yunnan) Li Wu
    Zum Internetforum mit Prof. TCM (Univ. Yunnan) Li Wu

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