Hinter Sucht verbergen sich die Worte "Suche" sowie "siech", ein altes Wort für krank. Das Aufschlüsseln erscheint mir nicht so schwierig: Auf Suche geht man bei permanentem Mangel. Versucht man also, durch Essen, Trinken, Rauchen etc. diesen Mangel auszufüllen, kann das krank machen; man könnte es auch als ungeeigneten Versuch, sich selbst Liebe zu geben, definieren, das ist wahr.
Das Vertrackte ist, dass abhängig machende Dinge diese Lücke zunächst tatsächlich zu füllen scheinen, in Wirklichkeit erzeugen sie, wie wir rasch merken, nur um so größere Leere - die dann immer schmerzlicher wird und immer "mehr davon" verlangt - ein Teufelskreis. Ich nenne das übrigens nicht Sucht, sondern einfach schlechte Angewohnheit; diese hat uns zwar auch im Griff, aber nicht so zwingend, wie uns eine Sucht erscheint.
Schlechte Angwohnheiten lassen sich durchbrechen, indem man sich andere, bessere zulegt. Wenn man diese neuen erst einmal eine gewisse Zeit durchgehalten hat, klappt das immer besser. Nur: Der Mangel bleibt. Deshalb ist Dein Gedanke, die Lücken auszufüllen, natürlich richtig. Wenn Du nun das Essen stark einschränkst, würde ich nicht abwarten, was sich vielleicht ergibt, sondern mir sofort Dinge überlegen, die Du an die Stelle setzen kannst.
Ein paar Beispiele wären: Zuwendung anderer, die Du Dir holen kannst, Bewegung in angenehmer Umgebung, Pflege, die Du Dir selbst zukommen lässt, schöne Sachen, die Du Dir gönnst ... Herr Winter empfiehlt ja auch, die guten Gefühle, die uns sonst das Essen gebracht hat, ohne dieses hervorzurufen, durch die damit verknüpften Erinnerungen; wunderbar, wenn das klappt, bei mir tut es das leider nicht.
Liebe Grüße und ein Sternchen auch für Dich: *
Britt
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