Guten Morgen, Insi.
Das Thema Dummheit ist eine Sache für sich. Ich hab in der Richtung ein gutes Selbstbewusstsein, hab mich nie wirklich für dumm gehalten und bekomme ja auch recht häufig Intelligenz bestätigt. Natürlich stellt sich jeder mal in gewisser Weise dumm an. Aber: Ich HASSE es,
für dumm verkauft oder für dumm hingestellt zu werden. Schon seit meiner Schulzeit ist das so. Lehrer, die in mir Scham geweckt haben, weil ich mir dadurch, wie sie sich verhielten, eben blöd vorkam, habe ich über kurz oder lang abgelehnt, und die bekamen bei mir dann auch kein Bein mehr auf den Boden.
Das ist es: Man schämt in unserer Kultur für Dummheit, echte oder angebliche. Ich glaube, dass ist auch ein Zeichen schlechter Erziehung, wenn das Umfeld es nicht geschafft hat, dem Kind rechtzeitiges Zu-sich-Stehen beizubringen in dieser Richtung. "Na und, Britt!? - Frag ruhig, es macht gar nichts, wenn es ein bisschen dumm
klingt, es IST nicht dumm, zu fragen, im Gegenteil!" So etwa hätte ich es gebraucht. Meiner Meinung nach auch ein wichtiger Aspekt der Erziehung, der zu kurz kommt. Statt Schamgefühle zu förden, um ein Kind im Zaum zu halten, den Mut anzufachen, sich ohne Scham seinem Wissendurst zu stellen. Unser ganzes Schulsystem ist immer noch auf Scham für Dummheit, wirkliche oder vermeintliche, abgestellt. "Wie - Du hast keine Eins in der Arbeit? Schäm dich!" *Augenverdreh*
Selbst bei Herrn Winters eigentlich lustigem "Stöhn" und bei Deinem: "Danke für Ihre Geduld mit uns" kam das alte Schamgefühl bei mir gestern kurz wieder auf. Gut, das hier mal beleuchtet zu haben. Ich komm hier mithilfe des Forums ja auf so einiges, altes, nie ganz Geheiltes ... Ich glaub, ich üb jetzt mal: "Britt ist DOOF" an eine imaginäre Wand zu schreiben und drüber zu lachen und zu sagen, nee, Britt ist schlau und hat den Mut, auch 'dumme' Fragen zu stellen!

Edit: Eigentlich könnte das ein neues Thema werden: Schamgefühle. Was machen sie mit uns? Worüber genieren wir uns? Können sie ein Grund für Übergewicht sein?
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