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Thema: Der Preis den man zahlen muss

  1. #1
    Stephanie ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Der Preis den man zahlen muss

    Ich habe diesen Thread so genannt, weil mir klar geworden ist, was genau der Preis wäre, wenn ich wirklich zu einem "zarten Pflänzchen" würde. Darauf gestoßen bin ich komischerweise in einem Buch über mein Sternzeichen, Löwe. Ich hielt Sternzeichen sonst immer für Humbug, weil ich nur Zeitungshoroskope kannte, aber nun habe ich mich mal mit meinem Sternzeichen befasst.
    Jedenfalls las ich da, dass es typisch für das Sternzeichen Löwe sei, sich stark zu geben und gerade in einer Beziehung die Kontrolle behalten zu wollen. Für eine Löwe-Frau würde sich da ein Konflikt ergeben, denn das Sternzeichen "möchte" dass man der stärkere Part in der Beziehung ist, als Frau möchte man aber auch mal zart sein und beschützt werden.
    Das charakterisiert meine Situation wirklich gut. Ich wollte schon immer stark sein - und zart und zerbrechlich aussehen, was als Kombination wohl nicht funktioniert.
    Ich war immer groß für mein Alter. In der Grundschule wurden die anderen Mädchen oft von den Jungs geärgert - ich aber nicht - denn ich war größer als der größte Junge in meiner Klasse und das gefiel mir. Nun bin ich natürlich nicht immer weiter gewachsen, sondern bei 1,73 m stehen geblieben. Und sobald ich nicht mehr wuchs, hatte ich auch leichtes Übergewicht, oder sagen wir ich sah kräftig aus, eben nicht zerbrechlich.
    Als ich nicht mehr nach oben gewachsen bin, musste ich ein bisschen in die Breite wachsen.

    Aber um zum Punkt zu kommen, dies ist der Preis den ich fürs Abnehmen zahlen muss: Ich muss es aufgeben, immer die Stärkere sein zu wollen, die alles unter Kontrolle hat, besonders in meiner Beziehung. Was aber gar nicht so einfach ist, weil mein Freund vom Typ her selber eher "zart" ist.

    Wir haben schon mal darüber gesprochen und deshalb erledigt mein Freund jetzt fast alle typischen "Männersachen", trägt die schweren Einkäufe nach Hause, erledigt Heimwerker-Arbeiten.
    Ich muss mich auch zurückhalten ihm keine Entscheidungen vorweg zu nehmen oder ihm meine Meinung auf zu drängen.

    Habt ihr sonst noch Tipps für mich, wie ich diesen Konflikt lösen kann?

  2. #2
    chrissi ist offline Erfahrener Benutzer
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    Kennst du den Film NIKITA? (Die französische Version!!! Die amerikanische ist zum speiben).

    Die Frau ist schlank - aber stark dass sie 4 Mann umhauen kann... Ok... es ist ja nur ein Film. Aber ich kenne solche Frauen auch im echten Leben. Stark sein hat mit stark aussehen nichts zu tun. Oder anders: Man kann auch als schlanker Mensch stark aus sehen. Es liegt an der Körperhaltung, dem Blick, dem Auftreten.

    Ich selber habe immer empfunden, daß schlanke Menschen auch körperlich stärker sind. Sie werden nicht durch ihre Masse behindert, können daher schneller, wendiger sein und brauchen weniger "Anlauf".

    Nun. Ich denke, daß es nicht einfach so geht, aufzugeben, daß man die Stärkere sein will. Das kannst du bewusst beschließen, aber dein Unterbewusstsein will es anders. Dann HANDELST du vielleicht nach außen hin wie das schwache Weibi, aber dafür arbeitet dein Unterbewusstsein dagegen (zb. duch Gewichtszunahme?).
    Mir ist auch ein Rätsel, warum Einkauf tragen oder Handwerkszeug machen etwas mit Stärke zu tun hat. Ich lebe alleine und mache alles selber, betrachte mich deshalb aber nicht als schwach oder stark. Wenn mein Partner den Einkauf tragen will oder so, dann ist mir das nicht in erster Linie unangenehm, weil ich mich sonst schwach fühle - sondern weil ich es für ungerecht halte.
    Jeder soll das machen, was er am besten kann und am liebsten macht. Es hat ja keinen Sinn, ein Metier nur aus der Hand zu geben, weil "es anders sein soll".

    So wie du schreibst, "verleihst" du deine Stärke, etwa so, wie man ein Kind gewinnen lässt bei einem Spiel in dem man selber überlegen ist. Das ist eher gönnerhaft.
    Das heißt, du kannst noch so tun, als wärst du schwach: du bist es nicht. Du bist so stark wie du bist und das musst du anerkennen. Ob das stärker ist als dein Freund oder nicht, das ist egal. Ich nehme an, deine Stärke ist es auch, die dein Freund attraktiv findet. Und: wer WIRKLICH stark ist, muss das nicht dauernd demonstrieren indem er übertrumpft oder unterdrückt.

    Also: behalte deine Stärke. Sie ist wichtig. Sie gehört zu dir. Sie ist kein Gegensatz zum "zart" sein. Eine Pflanze ist zart, weich, kann aber durch Beton hindurch wachsen... Also zart sein und stark sein sind keine Ggegensätze, finde ich.

  3. #3
    Britt Gast

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    Aber um zum Punkt zu kommen, dies ist der Preis den ich fürs Abnehmen zahlen muss: Ich muss es aufgeben, immer die Stärkere sein zu wollen, die alles unter Kontrolle hat, besonders in meiner Beziehung. Was aber gar nicht so einfach ist, weil mein Freund vom Typ her selber eher "zart" ist.

    Wir haben schon mal darüber gesprochen und deshalb erledigt mein Freund jetzt fast alle typischen "Männersachen", trägt die schweren Einkäufe nach Hause, erledigt Heimwerker-Arbeiten.
    Ich muss mich auch zurückhalten ihm keine Entscheidungen vorweg zu nehmen oder ihm meine Meinung auf zu drängen.
    Musst Du wirklich diesen Preis so zahlen? Ich würde eher meine Stärke noch kultivieren, z. B. mit moderatem Krafttraining. Dein Freund kann doch TROTZDEM einiges an Lasten übernehmen ... Zwei Starke nebeneinander und miteinander - was spricht dagegen?

  4. #4
    Stephanie ist offline Erfahrener Benutzer
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    danke für eure antworten!
    ich finde es aber unangenehm, wenn ich selber für alles die verantwortung trage und mein freund sich dann bequem zurück lehnt. z.b. verschläft mein freund oft (was nicht ganz so tragisch ist, denn er studiert ja noch und da fällt das icht so auf). am anfang habe ich ihn dann immer geweckt, weil ich mich für ihn mit verantwortlich fühlte, jetzt lasse ich ihn weiterschlafen.

    oder eine andere situation die ich blöd fand (aber auch lustig): wir waren abends in der u-bahn-station, zwei stockwerke unter der erde und außer uns war da nur eine düster aussehende, stämmige frau, deren lange schwarze haare ihr vor dem gesicht hingen. sie schwankte von einem bein auf das andere und murmelte dabei vor sich hin. dann drehte sie sich um und bewegte sich langsam auf meinen freund und mich zu wobei sie uns böse anstarrte. mein freund und ich haben dann vereinbart, dass wir weglaufen, sobald die frau schneller würde. und tatsächlich lief die frau dann plötzlich auf uns zu. also liefen mein freund und ich die treppe hoch und mein freund lief doch tatsächlich VOR mir her. nach dem motto, den letzten beißen die hunde.

    so was gefällt mir nicht. ich will einen freund, der mich beschützt. alles andere finde ich unmännlich.

    ich weiß, dass es ziemlich klischee-haft ist, dass der mann die handwerklichen arbeiten macht und die schweren sachen hebt. ich kann auch selber eine bohrmaschine benutzen und ein regal anbringen.
    es gefällt mir aber einfach, wenn mein freund solche dinge für mich übernimmt.

  5. #5
    insi ist offline Erfahrener Benutzer
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    Zitat Zitat von Stephanie Beitrag anzeigen
    oder eine andere situation die ich blöd fand (aber auch lustig): wir waren abends in der u-bahn-station, zwei stockwerke unter der erde und außer uns war da nur eine düster aussehende, stämmige frau, deren lange schwarze haare ihr vor dem gesicht hingen. sie schwankte von einem bein auf das andere und murmelte dabei vor sich hin. dann drehte sie sich um und bewegte sich langsam auf meinen freund und mich zu wobei sie uns böse anstarrte. mein freund und ich haben dann vereinbart, dass wir weglaufen, sobald die frau schneller würde. und tatsächlich lief die frau dann plötzlich auf uns zu. also liefen mein freund und ich die treppe hoch und mein freund lief doch tatsächlich VOR mir her. nach dem motto, den letzten beißen die hunde.

    so was gefällt mir nicht. ich will einen freund, der mich beschützt. alles andere finde ich unmännlich.

    ich weiß, dass es ziemlich klischee-haft ist, dass der mann die handwerklichen arbeiten macht und die schweren sachen hebt. ich kann auch selber eine bohrmaschine benutzen und ein regal anbringen.
    es gefällt mir aber einfach, wenn mein freund solche dinge für mich übernimmt.
    Ha ha, mußte jetzt echt lachen. Ich habe hier einen Spruch im Büro hängen:
    Wenn dein Mann ißt, dann eß mit,
    wenn dein Mann trinkt, dann trink mit,
    wenn dein Mann lacht, dann lach mit,
    wenn dein Mann arbeitet,.....
    dann laß ihn arbeiten

    Naja tut ja jetzt nichts zur Sache, war bloß komisch....
    Bevor eine Depression oder geringes Selbstwertgefühl diagnostiziert wird, stell sicher, dass keine Arschlöcher in deiner Umgebung sind. William Gibson

    Sapere aude
    (Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!)

    "Ein Zitat ist besser als ein Argument. Man kann damit in einem Streit die Oberhand gewinnen, ohne den Gegner überzeugt zu haben." (von wem war das gleich ?)

  6. #6
    chrissi ist offline Erfahrener Benutzer
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    Es gibt einen Unterschied zwischen stark sein und die Verantwortung für einen anderen übernehmen. Selbst wenn du die stärkste Frau der Welt bist, hat dein Freund die Verantwortung für sein Leben immer noch selbst.

    Und den Haushalt machst du alleine?

    Bzw. Was verstehst du unter "männlich" sein? Und was unter "weiblich" sein? Das kulturelle Rollenklische?

  7. #7
    insi ist offline Erfahrener Benutzer
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    Da ich gerade so "blöd" drauf bin....

    Hat dir denn niemand beigebracht, daß man Männern nicht nachläuft?

    Mal ganz im Ernst, du kannst doch von deinem Freund nicht wirklich verlangen, daß er den Ritter für dich spielt. Du willst doch eine selbstbewußte und selbständige Frau sein und so eine will er wahrscheinlich auch haben, sonst hätte er ein "Frauchen" am Hacken, aber vllt. täusch ich mich auch.
    Bevor eine Depression oder geringes Selbstwertgefühl diagnostiziert wird, stell sicher, dass keine Arschlöcher in deiner Umgebung sind. William Gibson

    Sapere aude
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    "Ein Zitat ist besser als ein Argument. Man kann damit in einem Streit die Oberhand gewinnen, ohne den Gegner überzeugt zu haben." (von wem war das gleich ?)

  8. #8
    Stephanie ist offline Erfahrener Benutzer
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    Zitat Zitat von chrissi Beitrag anzeigen
    Es gibt einen Unterschied zwischen stark sein und die Verantwortung für einen anderen übernehmen. Selbst wenn du die stärkste Frau der Welt bist, hat dein Freund die Verantwortung für sein Leben immer noch selbst.

    Und den Haushalt machst du alleine?

    Bzw. Was verstehst du unter "männlich" sein? Und was unter "weiblich" sein? Das kulturelle Rollenklische?
    nein, den haushalt mache ich nicht alleine. ich mache vielleicht ein bisschen mehr im haushalt, z.b. habe ich bisher etwas öfter gekocht als mein freund, aber nur weil das bei mir schneller geht und oft auch besser schmeckt. mein freund ist ungeübt im kochen, aber er verbessert sich
    die handwerklichen sachen macht mein freund auch nicht alleine. er übernimmt nur den größeren anteil. ich helfe immer mit. außerdem plane ich alles und messe die abstände zeichne die löcher vor, überprüfe alles mit der wasserwaage. aber meinem freund überlasse ich den größten teil der anstrengenden arbeit

    männlich finde ich es, wenn mein freund mein beschützer ist. ich will mitnichten das heimchen am herd werden, aber ich will zuvorkommend behandelt werden.

  9. #9
    Candle Gast

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    Das erinnert mich ein bisschen an eine Unterhaltung, die ich mal mit einem Freund hatte. Es ging um diese typischen Frauenromane (er ist Redakteur, allerdings in einer anderen Sparte). Und er war total verwundert, mit welcher Begeisterung die jungen Frauen, die das lesen, dieses Frauenbild was in diesen Romanen gezeichnet wird, annehmen. Denn dort geht es auch um die typischen Klischees "starker Mann" rettet "zierliche, in Not geratene Frau".

    Und so etwas in unserer emanzipierten Welt....

  10. #10
    Stephanie ist offline Erfahrener Benutzer
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    Zitat Zitat von insi Beitrag anzeigen
    Mal ganz im Ernst, du kannst doch von deinem Freund nicht wirklich verlangen, daß er den Ritter für dich spielt.
    Doch, sicher! Das ist ja wohl das mindeste, was ich verlangen kann
    Wenn er der Ritter ist, bin ich die Prinzessin, oder? Ich finde das ist eine ganz gute Rollenverteilung.

  11. #11
    chrissi ist offline Erfahrener Benutzer
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    Wir alle wollen zuvorkommend behandelt werden. Ich bin zwar kein Mann, aber ich denke, auch Männer wollen das. Ich halte das für keinen speziell männlichen oder weiblichen Zug sondern für einen rein menschlichen unter einander zugewandten Leuten.

    Dein Freund kann nur beschränkt dein Beschützer sein. Ich will da nicht zu sehr in die Tiefe gehen, aber er könnte den Kürzeren ziehen, wenn er dich einer Frau gegenüber verteidigt. Nicht weil er zu schwach wäre, sondern weil er vor Gericht ungleich schwerere Chancen auf Gerechtigkeit hat, wenn seine Gegnerin eine Frau ist. Als "Mann" ist er gesellschaftspolitisch betrachtet ein Täter und die Frau Opfer. Das ist ja auch die Haltung, die (in abgeschwächter Form) du hier ein nimmst. Du bist das Opfer und er soll dich beschützen, denn er ist ja eher Täter. Zugleich ist es schlecht, wenn der Mann "diese" Stärke zeigt. Das ist sehr schwierig und verwirrend.

    Als er dich kennen lernte... wie warst du da?

  12. #12
    Stephanie ist offline Erfahrener Benutzer
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    Zitat Zitat von chrissi Beitrag anzeigen
    Wir alle wollen zuvorkommend behandelt werden. Ich bin zwar kein Mann, aber ich denke, auch Männer wollen das. Ich halte das für keinen speziell männlichen oder weiblichen Zug sondern für einen rein menschlichen unter einander zugewandten Leuten.

    Dein Freund kann nur beschränkt dein Beschützer sein. Ich will da nicht zu sehr in die Tiefe gehen, aber er könnte den Kürzeren ziehen, wenn er dich einer Frau gegenüber verteidigt. Nicht weil er zu schwach wäre, sondern weil er vor Gericht ungleich schwerere Chancen auf Gerechtigkeit hat, wenn seine Gegnerin eine Frau ist. Als "Mann" ist er gesellschaftspolitisch betrachtet ein Täter und die Frau Opfer. Das ist ja auch die Haltung, die (in abgeschwächter Form) du hier ein nimmst. Du bist das Opfer und er soll dich beschützen, denn er ist ja eher Täter. Zugleich ist es schlecht, wenn der Mann "diese" Stärke zeigt. Das ist sehr schwierig und verwirrend.

    Als er dich kennen lernte... wie warst du da?
    mein freund hätte mir zumindest den vortritt auf der treppe lassen können, damit ich mich beschützt fühle. ich sage ja nicht, dass er sich mit frau hätte prügeln sollen.
    zuvorkommende behandlung... wenn ich mit einem mann ausgehe, z.b. ins kino, möchte ich schon, dass er die karten zahlt. einfach, um sich als kavalier zu verhalten. muss zwar nicht immer so sein, ich kann ihn auch mal einladen, aber im allgemeinen möchte ich schon, dass mein freund so was übernimmt. ich freue mich auch, wenn mein freund mir blumen schenkt.
    ich glaube allerdings, dass er sich nicht besonders ausgelassen über einen blumenstrauß von mir freuen würde.
    dieses zuvorkommende verhalten von meinem freund kann ich also nicht 1:1 umdrehen. klar ich kann ihm irgend was anderes schenken, was ich ab und zu tue. ich kann ihn auch mal zum essen einladen, was ich wiederum auch gelegentlich mal mache. aber im allgemeinen finde ich es schöner, wenn sich mein freund wie ein kavalier verhält.

  13. #13
    Stephanie ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard

    Als er dich kennen lernte... wie warst du da?



    da war ich genauso. mein ex-freund war mir zu unaufmerksam. wir haben unsere zeit nur bei ihm in der wohnung verbracht und ferngesehen. er hat mir nie ein geschenk gemacht, oder ist mit mir ausgegangen. er war auch völlig unromantisch.
    da dachte ich mir: so was brauche ich nicht nochmal. jetzt möchte ich einen freund, der sich mühe gibt, der sich was einfallen lässt, damit ich zeit mit ihm verbringe.

    ich denke nicht, dass das eine unemanzipierte haltung ist, die von geringem selbstbewusstsein zeugt, eher im gegenteil.

  14. #14
    insi ist offline Erfahrener Benutzer
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    Zitat Zitat von Stephanie Beitrag anzeigen
    Als er dich kennen lernte... wie warst du da?



    da war ich genauso. mein ex-freund war mir zu unaufmerksam. wir haben unsere zeit nur bei ihm in der wohnung verbracht und ferngesehen. er hat mir nie ein geschenk gemacht, oder ist mit mir ausgegangen. er war auch völlig unromantisch.
    da dachte ich mir: so was brauche ich nicht nochmal. jetzt möchte ich einen freund, der sich mühe gibt, der sich was einfallen lässt, damit ich zeit mit ihm verbringe.

    ich denke nicht, dass das eine unemanzipierte haltung ist, die von geringem selbstbewusstsein zeugt, eher im gegenteil.
    Ich habe die Erfahrung gemacht, daß ich es artikulieren muß, wenn ich etwas will. Grundsätzlich ist mein Mann ja kein Blöder, er ist einfach kein Hellseher. Sag was du willst und wenn er kann, wird er es dir geben, wenn du ihm gibst was er will. Wenn halt etwas an seiner "Erziehung" fehlt, weiße ihn darauf hin, ohne nörgeln oder quängeln, sondern ganz diplomatisch und sachlich. Dabei kannst du schon sagen, wie du dich bei dieser oder jener Situation fühlst, mich hat diese Verhalten in meiner Beziehung sehr weit gebracht, so daß wir uns beide entfalten können.
    Bevor eine Depression oder geringes Selbstwertgefühl diagnostiziert wird, stell sicher, dass keine Arschlöcher in deiner Umgebung sind. William Gibson

    Sapere aude
    (Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!)

    "Ein Zitat ist besser als ein Argument. Man kann damit in einem Streit die Oberhand gewinnen, ohne den Gegner überzeugt zu haben." (von wem war das gleich ?)

  15. #15
    Stephanie ist offline Erfahrener Benutzer
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    bei meinem freund muss ich gar nicht groß äußern, wie ich behandelt werden möchte. er hat das von anfang an ziemlich richtig gemacht. das liegt wohl daran, dass er auch romantisch veranlagt ist. er hat mir ein lied geschrieben, als wir uns kennengelernt haben und hat es mir mit gitarrenbegleitung vorgetragen. also könnte man sagen, dass er nicht mein ritter ist sondern eher mein minnesänger
    nun war mein freund in der vergangenheit aber immer sehr androgyn. er hat eine sehr zarte figur, sehr hohe wangenknochen, hatte lange haare, trug jeden tag eyeliner. er dachte sogar eine zeitlang, er wäre bisexuell. bevor wir uns kennenlernten, hat er sich die haare kinnlang schneiden lassen. er wollte was verändern und neu anfangen. bei einer unserer ersten verabredungen (wir haben uns erstmal rein freundschaftlich getroffen) waren wir angetrunken und sagte plötzlich "hast du lust mir die haare zu schneiden?" ich sollte ihm die haare kurz schneiden, mit einer küchenschere. habe ich dann auch getan und das war sehr lustig.

    jedenfalls ist mein freund mittlerweile sehr daran interessiert, richtig männlich zu wirken. er fragt mich fast jeden tag, ob das sein könnte, dass seine bartstoppeln dichter würden
    ich wiederum bin daran interessiert, sehr weiblich zu sein. von daher passt das irgendwie.

  16. #16
    AndreasWinter ist offline Moderator
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    Standard Nikita ist ein Ersatzsohn

    Zitat Zitat von chrissi Beitrag anzeigen
    Kennst du den Film NIKITA? (Die französische Version!!! Die amerikanische ist zum speiben).

    Die Frau ist schlank - aber stark dass sie 4 Mann umhauen kann... Ok... es ist ja nur ein Film. Aber ich kenne solche Frauen auch im echten Leben. Stark sein hat mit stark aussehen nichts zu tun. Oder anders: Man kann auch als schlanker Mensch stark aus sehen. Es liegt an der Körperhaltung, dem Blick, dem Auftreten.
    Nikita, Lara Croft und Co, das sind doch keine FRAUEN. Das sind Frauen, denen es leid tut, kein Mann zu sein. Und was glauben Sie, WER bringt ein Mädchen wohl auf die doofe Idee, dass Frau sein wertlos ist? Richtig! Große Brüder, Starke Väter und harte Mütter.
    Kennen Sie mein beispiel mit "Alexandra, die Alexander sein wollte"? manchmal glaube ich, einige von Ihnen haben mein Buch gar nicht gelesen

    Wer wirklich stark ist, braucht niemanden umzuhauen, denn der /die hat nichts zu befürchten und muss auch für nichts kämpfen.
    Kennen Sie meinen Vortrag "Endlich weiblich"? Darin erkläre ich, wie eine Frau in 1 Sekunde 1000 Gurkengläser aufbekommt.





    Antwort: Einfach 1000 Männer darum bitten. Doch das halten viele Frauen für SCHWÄCHE. Für MÄNNER (aus der Steinzeit) wäre das vielleicht Schwäche und wenn diese dann anfangen Frauen zu erziehen, halten die sich wiederum ihr Leben lang für einen schwachen Mann (obwohl sie eine Frau sind).

    Wenn ich eine Katze hinter den Ohren kraule und sie dann schnurrt - wer nutzt dann wen aus. Ich halte meiner Freundin auch gerne die Autotür auf, weil sie mich dann mit ihrem hübschen Gesicht anlächelt. Ist das blöd oder clever von mir?
    Entdecken Sie die Magie Ihrer Weiblichkeit (So heißt übrigens die neue Psychocoach PowerBox nächstes Jahr).
    Denkst Du anders, lebst Du anders!

  17. #17
    Mascha ist offline Erfahrener Benutzer
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    Zitat Zitat von Powerscout Beitrag anzeigen
    Wenn ich eine Katze hinter den Ohren kraule und sie dann schnurrt - wer nutzt dann wen aus. Ich halte meiner Freundin auch gerne die Autotür auf, weil sie mich dann mit ihrem hübschen Gesicht anlächelt. Ist das blöd oder clever von mir?
    Hach, ich finde das schöööön

  18. #18
    chrissi ist offline Erfahrener Benutzer
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    Ich halte auch mal meinem Freund die Türe auf, weil ich weiß, dass ihn das freut (ich sehe ihn auch gerne lächeln). Ich schenke ihm keine toten Blumen, weil er das nicht mag (ich übrigens auch nicht) aber eine kleine Aufmerksamkeit durchaus. Ich bin deshalb nicht weniger weiblich. Ich lade ihn ebenso ein wie er mich.

    Ich sehe das auch langfristig: Wenn ich erwarte, dass er mich beschenkt und einlädt, dann muss er mehr verdienen als ich (die ja beschenkt und eingeladen wird). Die Konsequenz: er muss als Mann mehr verdienen (ich als Frau weniger) und/oder er muss mehr arbeiten - und dann habe ich (meine Familie) weniger von seiner Anwesenheit.

    Männlichkeit definiere ich über ganz andere Dinge als Kavalier-Sein (was nicht bedeutet, dass er ein Rüpel ist/sein soll). Für mich zählt dazu auch, sich männlich genug fühlen, seine eigene weibliche Seite zu erkennen und anzuerkennen. So wie ich mich weiblich genug fühle, auch meine männliche Seite anzuerkennen.

    Am Ende sind wir Menschen.

  19. #19
    Stephanie ist offline Erfahrener Benutzer
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    Zitat Zitat von chrissi Beitrag anzeigen
    Ich halte auch mal meinem Freund die Türe auf, weil ich weiß, dass ihn das freut (ich sehe ihn auch gerne lächeln). Ich schenke ihm keine toten Blumen, weil er das nicht mag (ich übrigens auch nicht) aber eine kleine Aufmerksamkeit durchaus. Ich bin deshalb nicht weniger weiblich. Ich lade ihn ebenso ein wie er mich.

    Ich sehe das auch langfristig: Wenn ich erwarte, dass er mich beschenkt und einlädt, dann muss er mehr verdienen als ich (die ja beschenkt und eingeladen wird). Die Konsequenz: er muss als Mann mehr verdienen (ich als Frau weniger) und/oder er muss mehr arbeiten - und dann habe ich (meine Familie) weniger von seiner Anwesenheit.

    Männlichkeit definiere ich über ganz andere Dinge als Kavalier-Sein (was nicht bedeutet, dass er ein Rüpel ist/sein soll). Für mich zählt dazu auch, sich männlich genug fühlen, seine eigene weibliche Seite zu erkennen und anzuerkennen. So wie ich mich weiblich genug fühle, auch meine männliche Seite anzuerkennen.

    Am Ende sind wir Menschen.


    ich fand auch immer die klassische rollenverteilung schrecklich, in der der mann arbeitet und die frau die kinder hütet. die alternative ist, die kinder ab ca. ihrem dritten lebensmonat ganztags in einer tagesstätte unter zu bringen. ich habe ja mal eine erzieherausbildung gemacht und in solchen tagesstätten gearbeitet. die kinder waren ganz gut versorgt wollten aber immer zu den erzieherinnen "mama" sagen. das würde mir nicht gefallen, wenn ich mal ein kind hätte und das würde eine andere frau als seine mama ansehen.
    deswegen würde ich es gar nicht so schlimm finden, wenn mein freund (falls er derjenige ist mit dem ich mal kinder kriege) derjenige wäre, der mehr geld nach hause bringt. natürlich könnte man auch tauschen. ich bringe das geld nach hause und er kümmert sich um die kinder, aber mit der rolle würde ich mich nicht wohl fühlen.

    indem mein freund mich zum essen einlädt, zeigt er symbolisch, dass ich mit ihm immer gut versorgt wäre.

  20. #20
    chrissi ist offline Erfahrener Benutzer
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    So unterschiedlich sind die Menschen nicht

    Wenn ich mich für Kinder entscheide, dann entscheide ich mich für Kinder. Kinder sind für mich kein Emanzipationsthema. Leider wird es eines, weil in unserer Gesellschaft Erwerbstätigkeit ÜBER jeder andere Arbeit steht, indem nur sie ein Überleben ermöglicht. Das erst brachte alles in die Schieflage, würde ich sagen.
    Ich bin aber kein Fan der aktuellen Gesellschaft und ihren Fehlern. Kinder "weglegen" indem ich sie in Kinderwägen oder Tagesstätten bringe: Never Ever. Ich bin keine reine Zuchtstelle.
    Der Vater des Kindes aber ist auch keine reine Zahlstelle.
    Ich würde es so handhaben, dass beide Eltern ähnlich intensiv für das Kind da sind. In meinem Fall wäre das auch möglich, da wir beide als Selbständige arbeiten (ich noch nicht, aber bald). Das bedeutet, es gibt keine Wochenenden, Feiertage oder Urlaube - aber die gesamte Lebenszeit ist gemeinsam genossen und nach persönlichen Wünschen aufgeteilt.
    Einen Weg, nicht das herkömmliche Schulsystem nutzen zu müssen, suche ich noch, aber Montessori bietet gute Ansätze.

    Ich betrachte mich als eine starke Frau. Trotz - oder wegen - meiner ganzen Probleme. Ich habe kämpfen gelernt und auch gelernt, dass ich immer wieder aufstehen kann. Das ist wichtiger, als nie hinzufallen.

    Ich lasse mir durchaus auch mal ein Essen bezahlen, so ist das nicht. Ich selber weiß um die Freuden, jemanden einzuladen und gönne sie auch anderen. Aber als einen Test sehe ich das nicht. Bis die Familiengründung beginnt kann sich die wirtschaftliche Situation (des Partners) grundlegend geändert haben. Mehr als die spontane Freude oder ein Verführungsversuch ist es nicht. Zumindest in meinen Augen nicht.

  21. #21
    Stephanie ist offline Erfahrener Benutzer
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    jedem das seine, vielleicht hast du ja auch gar nicht den wunsch, besonders zart zu sein, oder sehr zart aus zu sehen. wir wollen uns nicht streiten, was
    für mich selber habe ich aber festgestellt, dass ich im grunde meines herzens so ein richtiges mädchen sein möchte, dass ich blumen mag und einen mann, der den kavalier gibt.

    eine kleine anekdote möchte ich hier noch zum besten geben. in meiner berufsschulklasse gab es eine junge frau, die extrem zart und zerbrechlich aussah, gut 40 kilo auf ca. 1,75 m. sie erzählte aber immer, dass sie schon so viel essen würde, wie sie eben könnte. und das war wohl wirklich so (sie war nicht magersüchtig, hat sich nie sorgen um ihre figur gemacht)
    irgendwann erzählte sie mir, ihr mann und sie hätten erstmal das auto aufgeräumt und die ganzen cappuccino-tassen rausgenommen.
    "du trinkst im auto cappuccino?", fragte ich daraufhin. und sie erzählte mir, dass sie jeden morgen eine tasse cappuccino trinken würde, die sie aber nicht alle bekäme. jetzt im winter, da so kalt wäre würde ihr mann sie dann immer in eine decke wickeln und sie mitsamt ihrer cappuccino-tasse ins auto tragen und zur berufsschule fahren.

    hier sieht man ganz klar, welchen vorteil das mädchen aus ihrem geringen gewicht hatte. es weckte bei ihrem mann einen starken beschützer-instinkt und das gefiel ihr gut. deswegen konnte sie wohl auch niemals zunehmen, weil sonst der vorteil ihres untergewichtes weg wäre.

    (keine angst, ein gewicht von 40 kilo strebe ich nicht an )

  22. #22
    chrissi ist offline Erfahrener Benutzer
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    jetzt im winter, da so kalt wäre würde ihr mann sie dann immer in eine decke wickeln und sie mitsamt ihrer cappuccino-tasse ins auto tragen und zur berufsschule fahren.
    Mann oder Vater?????

    Na ich hoffe al, die regt sich nie auf, dass sie nicht ernst genommen wird.

    Nein, "zart" sein ist nicht mein Ziel, obwohl mein Freund durchaus meint, ich wäre "zierlich". Das liegt an meinen schmalen Fingern, Gelenken, Nase, Hals... und weil ich nur 165 cm bin (und er viiiiiiiiel größer ).

    Schlank sein ja, aber nicht schwach. Ich bin kein Weibchen, ich bin eine Frau.
    Streiten werden wir nicht. Ich finde das Thema interessant. Ein "kleines Mädchen" war ich schon. Nämlich als kleines Mädchen. Jetzt bin ich erwachsen und will auch so gesehen und behandelt werden. Meine Mutter war (und ist heute mit über 50) immer so eine Frau die auf "kleines Mädchen" gemacht hat. Mich hat das genervt. Vor allem deswegen, weil sie sich zugleich Leid getan hat, nicht für "voll" genommen zu werden. Ich meinte immer, sie kann nicht die "ich bin ein unselbständiges dummes kleines Mädchen"-Nummer abziehen und zugleich als taffe achtenswerte Frau dastehen. Jede Rolle hat ihren Preis. Meine ist eben, nicht bevatert zu werden von anderen Männern. Das würde ich aber auch nie wollen.

  23. #23
    Britt Gast

    Standard

    Hm - ich bin gerne eine Frau, hab auch kein Problem damit, wenn mein Mann mir Blumen schenkt und wenn er mir die Türen aufhält. Trotzdem trainiere ich meine Muskelkraft, aber nicht "gegen ihn", sondern ganz einfach "für mich" - damit ich auch in 20 Jahren noch aufrecht gehen kann, und so Gott will, wir unsere Tage noch gemeinsam genießen können - iinsofern natürlich auch für ihn.

    Dass ein Mann der Beschützer ist, liegt meiner Meinung nach nur zum kleinen Teil in den Muskeln ...

  24. #24
    chrissi ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard

    Zitat Zitat von Stephanie Beitrag anzeigen
    deswegen würde ich es gar nicht so schlimm finden, wenn mein freund (falls er derjenige ist mit dem ich mal kinder kriege) derjenige wäre, der mehr geld nach hause bringt.
    Ok. Als Partnerin. Was aber wenn es dein Kollege ist, der mehr verdient, obgleich ihr dieselbe Arbeit verrichtet? Immerhin hat er auch eine Frau zu umwerben/versorgen. Heißt das also, es ist O.K. dass Männer mehr verdienen als Frauen?
    Wenn ich gleich viel verdienen will, wie ein Mann, muss ich gleich viel leisten... auch im Privatleben.

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