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Thema: Warum funktionieren neue Strategien nicht immer lange?

  1. #1
    Liz
    Liz ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Warum funktionieren neue Strategien nicht immer lange?

    Ihr Lieben,

    ich frage mich gerade, warum ich immer wieder in "alte Muster" verfalle. Ich war so gut dabei, esstechnisch klappte alles, genau wie Herr Winter es in seinem Buch beschreibt. Auch Zielen-Losslasse-Erreichen klappte.
    Dann, wieder wie bei einem Blitzschlag: alles wieder kaputt.
    Hatte wieder gefressen/gehungert, meine Ziele wieder verworfen.

    Klar, Herr Winter sagt "was ist ihnen am wichtigsten", bei mir gab es viele große Stressfaktoren in letzter Zeit, aber kann deshalb etwas, was gut funktioniert hat, vom Unterbewustsein her wieder verworfen werden?

    Ich war so glücklich mit meinem Körper, meinem neuen Essverhalten, und dann auf einmal, als wenn ein Schalter im Kopf umgelegt wurde, war alles wieder "kaputt".

    Kann mir jemand helfen?

    Danke vorab

  2. #2
    Powerscout ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Geht vorbei!

    Hallo Liz,
    das ist nur eine Phase der Erschütterung bei Ihnen. Wenn Sie Fahrrad fahren lernen und dann ohne ausreichende Übung eine steile Schotterstrecke bergab rasen, fallen Sie auf die Nase. Ist doch klar. Das heißt aber nicht, dass alles kaputt ist.
    Denken Sie nach: Da gab es Stress. Was genau war der Auslöser? Warum dann ausgerechnet "fressen"?
    Wie geht es weiter, wenn der Auslöser langsam verblasst?
    Vielleicht haben Sie ja etwas zugenommen. Na und? Dann nehmen Sie eben wieder ab, sobald Sie sich wieder gefestigt haben.
    Meinen Sie, ich selbst hätte keine "Phasen" in meinem Leben, in denen ich Hilfe gebrauchen könnte?
    Quatsch! Das Leben ist lebendig. Nicht ärgern - weitermachen!
    Heulen, fluchen und fressen ist erlaubt! Hauptsache, danach scheint wieder die Sonne.
    Ok?
    Andreas Winter
    Denkst Du anders, lebst Du anders!

  3. #3
    Britt ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard

    Liebe Liz,

    Herr Winter hat Recht, das Schlimmste ist doch eigentlich immer, dass wir ES UNS ÜBEL NEHMEN! Du hattest doch so viel Stress, war es nicht sogar Todesangst, wortwörtlich?

    Mir wird das Sich-selbst-verzeihen, Nachsicht mit mir haben, die Akzeptanz dessen, was IST, nicht was sein könnte oder schlimmer: SOLLTE, immer wichtiger. Ich möchte mich MÖGEN, punktum. Mein Mantra ist derzeit: Ich mag mich, und alles ist gut.

    Wünsch ich Dir sehr.
    Lieber Gruß
    von Britt

  4. #4
    Liz
    Liz ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard

    @Powerscout:
    Lieber Herr Winter, vielen Dank für Ihre lieben Worte. Sie glauben garnicht, wie sehr Sie mir damit geholfen haben. Jetzt, wo Sie es sagen, sehe ich es auch ein. Man muss immer wieder aufstehen, die Wunden verbinden und sich freuen, wenn es einem nach einem Sturz wieder gut geht. Wunden heilen, und Gewicht kann man wieder verlieren.
    Ja, ich hatte sehr viel Stress, Angst und Panik zu ertragen. Das stimmt. Vielleicht habe ich soviel gegessen, um etwas niederzurücken. Schmerz, Erinnerungen, Furcht? Ich bin stark traumatisiert, habe wieder die alten Bilder gesehen, und "schwupps".... und der alte Kreislauf.

    Es fällt mir schwer zu glauben, dass auch Sie solche Phasen kennen. Für Ihre Ehrlichkeit danke ich Ihnen. Hätte nicht gedacht, dass selbst Sie zwischendurch "schwach" werden und Hilfen benötigen, aber stimme Ihnen zu, niemand kann 100% perfekt sein. Aber nach schlechten Phasen kann man aufstehen und wieder beginnen, jeder Tag ist ein neuer Anfang

    Und Sie haben auch recht damit, das Rumgeheule nichts bringt. Radikale Akzeptanz ist bestimmt besser; das war halt so, aber jetzt nehm ich die Zügel wieder in die Hände und auf gehts. Das Leben hat seine "ups und downs". So ist es halt

    Danke fürs wachrütteln, manchmal sieht man es selbst garnicht mehr, wenn die Fahrspur nicht mehr stimmt.



    @Britt: Liebe Britt, Genauso wie Herr Winter hast auch Du völlig Recht, mit allem, was Du sagst, vielen Dank für Deine Offenheit und Deine lieben Tipps. Ja, das mit der Todesangst stimmt, die habe ich wohl versucht zu unterdrücken. (mit Nahrung)
    Es fällt mir schwer, mir selbst zu verzeihen, bin als "Perfektionistin" erzogen worden. Daran knappere ich noch heute.

    Dein Mantra-Satz klingt sehr gut und ich freue mich, wenn er dir hilft. Für mich ist er noch in weiter ferne. Das ich mich selbst nicht mögen kann, ist ein großes Problem. Das klappt auch nach Jahren an Therapien noch nicht richtig. Wie hast Du es geschafft, dich selbst anzunehmen? Ich bewundere jeden, der das kann.

  5. #5
    Britt ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard

    Man schaffts nur, liebe Liz, über die Liebe. Das klingt schrecklich banal, aber es ist so. Liebe zu anderen, Liebe zu sich selbst. Liebe enthält auch einen ganz altmodischen Begriff: Erbarmen. Erbarmen ist eigentlich ein schönes Wort, schade, dass es ausstirbt. Es enthält wiederum Zuneigung, also Zugeneigt-Sein, Mitgefühl, Verständnis, ein An-die-Hand-Nehmen ... eben für alle Menschen und auch für uns selbst, denn wir sind uns alle irgendwie gleich, bei allen Unterschieden: Wir leiden gleich, wir sehnen uns gleich, wir haben alle die gleiche Angst ...

    In Phasen, in denen ich das so nicht umsetzen kann, hab ich auch jede Menge an mir auszusetzen - und an anderen. Aber auch diese Phasen sehe ich mir nach inzwischen, weil sie wie bei Dir ihren Grund haben. Und, liebe Liz, ich hab auch sehr lange dazu gebraucht, dazwischen lagen lange Zeiten des Selbsthasses, der Ablehnung, des Selbstmitleids und des Haderns mit dem Schicksal.

    Es braucht Zeit.

    Britt

  6. #6
    Powerscout ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Vorsicht mit Selbsthärte!

    [quote=Liz;4129

    Und Sie haben auch recht damit, das Rumgeheule nichts bringt. Radikale Akzeptanz ist bestimmt besser; das war halt so, aber jetzt nehm ich die Zügel wieder in die Hände und auf gehts. Das Leben hat seine "ups und downs". So ist es halt
    [/quote]


    Hallo Liz,
    hier ist eine Nachricht an Ihren "Obersten Richter im Kopf":
    "Lieber Oberster Richter, Deine Formulierung "Rumgeheule" hat mich sehr erschreckt. Wenn jemand ein verdammtes Problem hat, sich damit allein gelassen fühlt und verzweifelt ist, dann braucht er nicht von Dir auch noch ein Messer in den Rücken. Nicht nur Frauen können "Rumheulen", sondern auch Männer können vor Verzweifelung kein Licht am Horizont sehen. Ich weiß, dass Du Liz mit Deinen Sprüchen schützen willst, aber Du hast diese Frau sehr krank gemacht. Also halt den Mund. Für immer. Du konnstest damals noch nicht einmal ein bewundernswerter Mann sein, also versuche nicht Liz Ratschläge zu geben, welche Frau sie zu sein hat. Du siehst, dass Du damit die Frau in ihr fast getötet hättest.
    Danke fürs zuhören."

    Liebe Liz, endecken Sie die Stärken Ihrer Femininität. Falls der O. Richter sich noch einmal melden sollte, zwingen Sie ihn zur Urteilsbegründung.


    Und jetzt genießen Sie noch ein bisschen das Gefühl, dass Sie mächtige Verbündete gegen Ihr schlechtes Gewissen haben.

    Alles Gute,
    A.W.
    Denkst Du anders, lebst Du anders!

  7. #7
    Liz
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    @Britt: Liebe Britt, Ja, ich kann alles nachvollziehen, was Du sagst. Vielen Dank für all Deine Anteilnahme und Deine offenen Worte. Du hast es auf den Punkt gebracht: ... "an die Hand nehmen....", statt draufhauen, das ist es, was wir uns wünschen und brauchen. Gelitten haben wir alle schon viel länger, als wir es jeh verdient hätten. Anlehnen, mit Liebe trösten und für sich selbst und für andere da sein, wann immer wir gebraucht werden ist der Schlüssel. Mehr kann ich gerade garnicht sagen. Mir haben Deine und Herrn Winters Worte die Augen geöffnet und die Sprache verschlagen. (im Positiven natürlich)

    @Powerscout: Lieber Herr Winter, ich bin einfach sprachlos. Finde gerade keine passenden Worte, um Ihnen zu sagen, wie beindruckt und bewegt ich von Ihren Worten bin. Habe mir alles ausgedruckt, damit ich mir all Ihre und Britts Zeilen immer wieder verinnerlichen kann, auch wenn der PC nicht an ist.
    Sie haben ja so Recht, es gibt diesen "obersten Richter" tatsächlich in meinem Kopf, und ja, ich wünsche, das er für immer Ruhe gibt, um mich mein Leben genießen zu lassen.


    Ich möchten Ihnen und Britt ganz herzlich danken, für all Ihre Gedanken und Hilfen, und dafür, das sie mich an die Hand genommen haben um mich auf den richtigen Weg zu führen.

    Bin wie schon erwähnt, so gerührt und bewegt, ich kenne es nicht, das man mir mit so wertvollen Tipps und Hilfen zur Seite steht. Das ist neu für mich. Sitze hier und weine vor Freude. Danke.

    Ich bin so froh und auch stolz, hier so wundervolle Menschen kennenlernen zu dürfen.

    Kurzer Nachtrag noch: All die Hilfen haben seit gestern schon einiges bewirkt. Die Fressattacken haben einfach nachgelassen. Der ganze Appetit ist wie weggezaubert

  8. #8
    Britt ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard

    Liebe Liz,

    wenn Du mir gegenüber stehen würdest, könnte ich Dich einmal herzlich umärmeln, so gehts nur symbolisch: Fühl Dich lieb von mir umarmt.

    Britt

  9. #9
    Powerscout ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard

    [quote=Liz;4140
    Kurzer Nachtrag noch: All die Hilfen haben seit gestern schon einiges bewirkt. Die Fressattacken haben einfach nachgelassen. Der ganze Appetit ist wie weggezaubert [/quote]

    Sag ich doch: Eine Phase. Das kann passieren, ist erlaubt, geht vorbei und macht einen stärker.
    "Hay que caminar", wie ich zu sagen pflege.
    Herzlichen Glückwunsch Liz, die Freuden dieser Welt stehen Ihnen jetzt wieder offen.
    A.W.
    Denkst Du anders, lebst Du anders!

  10. #10
    Liz
    Liz ist offline Erfahrener Benutzer
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    @Powerscout: Lieber Herr Winter, ja, da haben Sie Recht. Jetzt scheint wieder die Sonne 1000 Dank, Sie haben mir so sehr geholfen

    Ich habe den "Oberen Richter" aufgefordert, sein Urteil "§versagt" zu begründen. Doch das konnte er nicht...... Ich werde es jetzt jedesmal so machen, wenn er wieder über mich richtet. Jetzt richte ich ihn. Und ich fühle mich so viel besser, dabei.

    "Caminantes, no hay caminos. Hay que caminar" "Reisender, es gibt keinen Weg, aber wir müssen ihn gehen....."
    Danke

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