Hallöchen zusammen,
ich bin seit Anfang 2009 auf die Bücher von Herrn Winter gestossen weil ich mich bereits Jahrzehnten mit meinem Übergewicht herumschlage und immer wieder auf der Suche nach meinem "Knopf" bin. Bis anhin leider ohne Erfolg. Ich habe im Frühling 2009 ein Ganztagescoaching gemacht und mir alle Bücher mehrmals durchgelesen und die CD's ebenfalls laufend angehört. Ich habe in meinem inneren gegraben und gegraben, habe mich mit den Hypnose CD's von Herrn Winter und vorher mit Hilfe von Familienaufstellungen à la Bernd Hellinger mit meinen Eltern ausgesöhnt und konnte sehr viele vermeintliche Ursachen finden, nur offenbar gibt sich mein Unterbewusstsein mit dem was ich gefunden habe immer noch nicht zufrieden. Was ich mit Sicherheit herausgefunden habe ist die Tatsache, dass ich bereits bei der Geburt ganz genau wusste was auf mich zukommt weil ich den Jähzorn meines Vaters bereits im Mutterleib sehr gut zu spüren bekam, ebenfalls die Angst und Hilflosigkeit meiner Mutter und ich wollte definitiv nicht auf die Welt kommen. Ich hatte eine tierische Angst vor dem was mir bevorstand. Ich wurde mit Gewalt und unter starken Blutungen meiner Mutter aus ihrem Leib gerissen und wir schwebten die ersten Tage beide in Lebensgefahr mit Sauerstoffzelt usw.. Als Baby war ich ein sehr ruhiges Baby das übermässig geschlafen hat und von meiner Mutter jeweils zum essen geweckt werden musste. Ich habe mich quasi ruhiggestellt, mich versteckt und dieser Schutz hat sich in den Folgejahren immer wieder bewährt.
Hmm wie soll ich das kurz und bündig erklären meine Kindheit war mit körperlicher Gewalt durch meinen jähzornigen und unkontrollierbaren Vater mit Alkoholproblemen geprägt, der uns Kinder gerne als Nichtsnutze betitelt hat und sich an seinen Erniedrigungen uns gegenüber ergötzt hat, die Aussenwelt hat weder auf unsere unzähligen blauen Flecken am ganzen Körper von Elektrokabel reagiert noch auf sonstige Signale. Es war allseits bekannt aber keiner wollte sich einmischen. Ich habe bis 16 Jahre regelmässig ins Bett genässt, was natürlich auch immer ein "Motiv" für meinen Vater war mich dementsprechend zu bestrafen. Ich hatte einfach nur eine Riesenangst vor ihm und es kam mir im Traum nicht in den Sinn mich gegen diesen Bären von einem Mann zu wehren. Da seine "Ausbrüche" oder Launen so unkontrollierbar waren, war man nie gewappnet und mein Leben als Kind bestand somit darin die Launen meines Vaters so gut wie möglich zu erkennen und alles dafür zu tun das seine gute Laune Oberhand behielt, was mir nur sehr selten gelang. Ich hatte sogar als 25 jährige Frau immer noch Angst vor meinem Vater als er mir in einem Geschäft über den Weg lief habe ich mich flugs hinter einem Regal versteckt :-O. Mittlerweile ist er an Krebs gestorben. Meine Mutter hat alles zugelassen weil sie sich selbst nicht zu wehren wagte, da sie in ihrer Kindheit von ihrem Bruder jahrelang missbraucht wurde und das auch niemanden interessiert hat. Sie hat mir ungewollt ein Männerbild mitgegeben das ich nur schwer durchbrechen kann. So passiert es mir auch heute immer wieder, dass ich mich unterwerfe und alles gegen meinen Willen tue um den Mann bei mir zu halten. Ich muss den Männern um jeden Preis gefallen und wenn es nicht mein äusserliches Erscheinungsbild ist (mit dem ich nunmal wirklich nicht punkten kann mit meinem Umschwung) dann muss ich das auf irgendeine andere Art und Weise machen. Ebenfalls ist mir aufgefallen, dass ich zuviel von mir gebe. Das ich mich manchen regelrecht aufdränge nur damit mich jemand mag. Das sind also alles Muster die ich erkennen konnte. So war es nicht verwunderlich, dass mein Selbstbewusstsein im Keller ist und ich mich immer wieder ertappe, dass ich als gestandene 39 jährige, alleinerziehende Mutter jemand anderen für mein Leben entscheiden lassen möchte. So quasi die Verantwortung in die Hände anderer zu legen. Ich stehe irgendwie neben meinem eigenen Leben und gucke zu was da so läuft. Was sich bei mir so nach und nach herauskristallisiert hat ist die Tatsache, dass ich mich mit meinem Übergewicht vor den Männern schützen möchte. Diese Erkenntnis hat mich aber wie viele andere auch nicht weitergebracht. Ich bin nach aussen eine starke Frau die ihr Leben mit Bravour meistert, ein Punkt der mich von zuhause mitgegeben wurde. Gefühle zeigen gabs nicht, Liebe, Umarmung oder so erst recht nicht. Meine Eltern haben beide ihren Rucksack aus ihrer Kindheit mitgenommen und waren gar nicht fähig Liebe zu geben geschweige denn diese zu zeigen. Sie waren einfach nur kalt. So war das Motto: Nicht darüber reden, aushalten und weiter gehts. So habe ich als 18jährige zum ersten Mal einen Menschen umarmt, meine Schwester als sie am Abgrund stand. Drinnen aber da bin ich ein sensibler, schnell verletzender Mensch der irgendwie alles in sich hineinfrisst. Ich weiss schon selber was die Menschen in meinem Umfeld von mir denken bevor diese überhaupt einen Hauch von einer Chance haben über mich zu denken. In meinem Kopf geht ein permanenter Film mit vermeintlichen Vorurteilen der Gesellschaft meiner Person gegenüber ab. Ich bin dick, mich mag keiner, ich kann nichts, alle machen sich lächerlich über mich, ich bin so hässlich. Und doch habe ich mit meiner Körperwahrnehmung nicht das Gefühl das ich so dick bin wie ich eigentlich bin. Ich wiege ja doch mit meinen 1.78 m mittlerweile stattliche 116 Kilo mit stetiger, erschreckender Aufwärtstendenz. Als ich letztens ein Foto von mir sah erschrack ich, weil ich mich selber gar nicht als so dick sehe und so war es früher umgekehrt, nämlich dass ich mich als dick empfand, auf den Fotos aber ganz und gar nicht dick war. Dass ich eine Brille trage mit Dioptrien 6 + 7 muss ich wohl nicht erwähnen?
Ich bin davon überzeugt, dass wir nicht vom Essen dick werden sondern es mit Verknüpfungen zu tun hat die wir im Hintergrund gespeichert haben. Vielleicht befasse ich mich auch viel zu sehr mit dem ganzen Thema und vielleicht geht darum gar nichts, ich weiss es auch nicht aber irgendwie nehme ich einfach immer noch mehr zu als das sich etwas nach unten bewegt. Kennt ihr die Momente wo ihr so frustriert über die ganze Situation seid und ihr euch am liebsten von diesem Leben verabschieden möchtet weil ihr einfach keinen Ausweg mehr findet, weil ihr diesen verdammten Knopf der irgendwo steckt einfach nicht findet? Kennt ihr die Momente wo ihr irgendwo im Ausgang seid und einfach nur ignoriert werdet während eure Freundinnen von Männern umgarnt werden und ihr nachhause geht und nachher den ganzen nächsten Tag einfach nur dasitzt und weint weil ihr euch so verdammt ausgestossen und abgestempelt fühlt? Dann sitze ich so da und frage mich wieso wälze ich überhaupt die vielen Ratgeber und Bücher, und höre die CD's und lasse meine Vergangenheit und mein Hier und Jetzt und wer ich bin und was ich tue und wie ich agiere und was ich denke usw. tausendmal in meinem Kopf Revue passieren wenn ich ja sowieso immer mehr zunehme und das ja ganz offensichtlich mit aller Kraft nicht schaffe zu stoppen..............obwohl ich mir nichts sehnlicher wünsche als einfach nur eine Figur zu haben in der ich mich wohlfühle, eine Figur in der ich schöne Kleider tragen kann und das dann auch schön aussieht und nicht halbe Zelter die nicht richtig passen, mich einfach in der Gesellschaft zu bewegen ohne aufzufallen, ohne mitleidige, spöttische, ekelerregende oder vorwurfsvolle Blicke zu bekommen......... weil ich so bin wie ich bin.



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