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Wollen versus Können
Hallo,
Ich habe die CD "Abnehmen ist leichter als Zunehmen" ca. 6 Wochen sehr regelmäßig gehört und mich intensiv mit den Inhalten befasst. Ich kam auf einiges drauf, das mit bisher verborgen blieb, und es lief soweit ganz gut. Immerhin will ich auch schlank sein.
Für mich waren vor allem die Aufforderungen, seine Konflikte zu lösen, zu Kommunizieren... diese Dinge sehr hilfreich und haben mich weiter gebracht. Genau diese Aufforderungen brachten mich aber dazu, diese CD dann nicht mehr zu hören, da so schwere Konflikte in mein Leben traten, die man nicht lösen kann und die auch durch Kommunikation nicht behoben werden können. (schwerste Krankheit eines nahestehenden Menschen) Die Aufforderungen dazu erschienen mir wie blanker Hohn, denn viele der schwierigen und die schwierigste Sache überhaupt - KONNTE ich ja gar nicht lösen, und das hat mit wollen nichts zu tun.
In diesen Wochen habe ich dann wieder zugenommen. Ich habe nicht darüber nachgedacht, ob ich von etwas zunehme oder zuviel esse - ich war definitiv zu beschäftigt dazu - meine psychische Verfassung über die Umstände brachte mich aber dazu, unüblich viel (süßes) zu mir zu nehmen. Hätte doch nichts ausmachen dürfen, oder? Immerhin nimmt man von essen nicht zu. Dennoch sind die Hosen wieder eng geworden.
Nun ist es aber nicht so, daß jeder in der Trauerphase (der Mensch starb an seiner Krankheit) zwangsläufog zunimmt. Manche Menschen beobachte ich, wie sie rasant Gewicht verlieren. Sie können nicht essen, während ich merke, daß ich zuviel Süßes esse. Also hat es doch mit dem Essen zu tun? Woran liegt es nun, daß ich in einer solch zehrenden Zeit zunehme während andere rasant Gewicht verlieren? Natürlich will man den Menschen "fest halten" und gerade bei denen die so abgenommen haben, habe ich festgestellt, daß sie auf keinen Fall los lassen wollten. Ich dagegen fand mich relativ schnell ab mit der Situation.
Ich habe heute nach langer Zeit wieder die CD gehört - aber bei der Aufforderung, seine Konflikte zu lösen und zu Kommunizieren merke ich jetzt einen Widerstand. Ich kann Krebs nicht "lösen" und ich kann mich auch nicht mit Vernunft davon distanzieren, daß mir ein nahestehender Mensch genommen wurde. Ebensowenig aber möchte ich in der Trauer noch mehr zunehmen, mir passt jetzt schon nichts mehr.
Ich habe einen Knoten in der Denkweise, glaube ich. Aber führt die Aufforderung. Probleme zu lösen die man nicht lösen KANN nicht zu einem weiteren Konflikt? Und warum beantworten ihn manche mit essen (und nehmen dabei zu) und andere mit hungern (und nehmen dabei ab)? Wiederspricht das nicht der Theorie? Oder funktioniert sie nur an Sonnentagen?
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Lösung
Sie nehmen nicht vom Essen zu, sondern davon, wenn Sie Essen als Lösung Ihrer Probleme empfinden. Wenn das Essen Ihnen aus einem emotionalen Tief hilft, nehmen Sie zu - aber nicht wegen der Nahrung, sondern wegen dem, was Sie daran verknüpft haben.
Essen muss für Sie werden wie atmen - wichtig, aber nicht geil.
Schaffen Sie das ohne Hilfe?
Andreas Winter
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Ich hatte wohl vor dieser tragischen Situation sogar schon gedacht, ich wäre soweit, essen wie atmen zu behandeln. Nahm ja auch "wie von alleine" ab. Auch als sich die Schwere der Situation ankündigte, war ich noch voll drin im "essen löst keine Probleme sondern nur den physischen Hunger". Ich kann gar nicht sagen welcher Moment es war, aber irgendwann brach diese neu gewonnene Erkenntnis wieder zusammen und alte Muster brachen durch. Offenbar war ich noch nicht Extremsituationstauglich.
Ich frage mich gerade auch, ob es das muß. Wie oft im Leben muß man schwere Krankheit und Tod eines geliebten Menschen schon so hautnah miterleben, um ein eigenes Programm zu entwickeln, da nicht psychisch in Konflikte zu geraten. Wenn DAS keine psychischen Konflikte auslöst, was dann? Immerhin sind das Traumen (und Traumas auslösende Situationen). Vielleicht ist es sogar umgekehrt: Mein Wunsch jetzt schlanker zu sein eine Ablenkung von der wahren Tragweite der Ereignisse.
Essen WAR in der Tat der einzige Trost. Ich hatte zwar ein paar Ideen, was ich alternativ tun könnte, um die Situation zu ertragen, aber es gab definitiv keine Zeit, keinen Raum dazu diese umzusetzen.
Ich werde es schaffen! Definitiv! Weil ich es WILL! Und wenn ich es alleine nicht schaffe, dann mit einer Therapeutin!
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