Die Allergieepidemie: Zahl der Allergiker nimmt drastisch zu

Der moderne Mensch verbringt 90 Prozent seiner Zeit in geschlossenen Räumen. Kein Wunder, dass die früher seltenen Innenraum- sowie berufsbedingte Allergien immer häufiger auftreten. Dr. Earl Mindell und Dr. Pamela Wartian Smith, Autoren des Grundlagenwerks „Die Allergie-Bibel“, haben sich mit dem Thema eingehend auseinandergesetzt und wissen fundierten Rat, wie allergische Reaktionen wirkungsvoll gelindert und durch passende Maßnahmen nachhaltig in den Griff zu bekommen sind.

Tierhaarallergien: Das Fell ist gar nicht das Problem

„Im Gegensatz zur herkömmlichen Meinung sind Menschen, die gegen Tiere allergisch sind, nicht gegen deren Fell allergisch, sondern gegen deren Schuppen, jene kleinen Hautpartikel, die das Tier abstößt, sowie auf die in der Luft enthaltenen Proteine des Tierspeichels oder -urins“, erklären Pharmazeut Dr. Mindell und die Medizinerin Dr. Wartian Smith. Müssen Allergiker also auf ein geliebtes Haustier verzichten?

Außer für die ganz schweren Fälle können die Experten hier Entwarnung geben: Es gebe viele mögliche Lösungen, wie Allergiker mit ihren Haustieren ein gesundes und glückliches Leben führen können. Wer verstanden habe, worum es bei einer Tierhaarallergie geht, kann auch die richtigen Maßnahmen ergreifen, etwa Lüftungsfilter installieren, auf Stoffgardinen und Teppiche verzichten und „tierfreie“ Zonen einrichten. „In vielen Fällen übertreffen die Vorteile der Tierhaltung die Nachteile der Tierhaarallergie“, meinen die Autoren.

Ein zunehmendes Problem: Arbeitsplatzallergien

Gegen die eigene Arbeit allergisch zu sein, hört sich an wie ein Witz, ist für Millionen Betroffene aber gar nicht zum Lachen. Die meisten Arbeitnehmer verbringen am Arbeitsplatz fast genau so viel Zeit wie zu Hause, daher kann eine berufsbedingte Allergie verheerende Auswirkungen auf ihre Gesundheit haben.

„Im Laufe der vergangenen fünfzig Jahre wurden Arbeitnehmer am Arbeitsplatz vielen Tausend neuen chemischen Stoffen ausgesetzt“, warnen Dr. Mindell und Dr. Wartian Smith. Nur als Beispiel: Fast zwölf Prozent aller im medizinischen Bereich Tätigen, die zum Schutz vor Infektionen Latexhandschuhe tragen müssen, haben schwere Allergien gegen diesen Stoff entwickelt.

Was also tun, wenn man eine berufsbedingte Allergie entwickelt hat? „Gewöhnlich hat der Arbeitnehmer es nicht in der Hand, ob er am Arbeitsplatz mit gefährlichen Materialien in Kontakt kommt“, bedauern die Autoren, „doch seine Gesundheit kann ernsthaft in Gefahr sein, wenn die betreffenden Substanzen nicht schnell erkannt und beseitigt werden.“ So gelte es unter anderem, für eine bessere Belüftung zu sorgen, gegebenenfalls den Schreibtisch zu verlagern oder vom Arbeitgeber die passende Schutzausrüstung zu fordern.

Lebensmittel: Allergie oder Unverträglichkeit?

Bei einer „echten“ Lebensmittelallergie führt der Verzehr des Allergens zur Produktion des Antikörpers IgE, der wiederum die Histaminausschüttung stimuliert; bei einer Unverträglichkeit unterbleibt dieser Vorgang. Jedoch können sich in beiden Fällen die gleichen Symptome zeigen, die sich manchmal nur schwach zeigen – ein paarmal Niesen, ein leichtes Kratzen im Hals –, aber auch sehr schwer ausfallen und bis hin zum anaphylaktischen Schock reichen können.

Der erste, oft aber schwierigste Schritt für einen Allergiker ist herauszufinden, welcher Bestandteil seiner Kost denn der schuldige ist. „Führen Sie ein Ernährungstagebuch“, empfehlen die Buchautoren, „protokollieren Sie Ihren Nahrungsverzehr, schreiben Sie alles so genau und detailliert auf wie nur möglich.“ Ist der „Täter“ erst einmal identifiziert, gelte es fortan, den Verzehr dieses Lebensmittels zu meiden.

Schulmedizinische und naturheilkundliche Therapien

Sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung von Allergien gibt es mittlerweile ein weites Spektrum an Möglichkeiten, das Dr. Earl Mindell und Dr. Pamela Wartian Smith den Lesern ihres Allergie-Standardwerks vermitteln wollen. Sie beschreiben die gängigen medizinischen Allergiebehandlungen, stellen die besten Medikamente und 60 wirkungsvolle Nahrungsergänzungsmittel vor und erläutern auch alternative Heilmethoden wie Yoga, Homöopathie, Akupunktur, Hypno- und Atemtherapie.

„Wer nur leichte allergische Symptome aufweist, wird feststellen, dass die Medikamente deutlich reduziert werden können oder vielleicht gar nicht mehr benötigt werden“, ermutigen die Autoren. Und auch die Allergiker, die an schwereren Symptomen leiden, dürfen zumindest auf eine deutliche Verbesserung hoffen.

 

Buch-Tipp:
Mindell, Dr. Earl / Smith, Dr. Patricia Wartian: Die Allergie-Bibel. Ursachen – Symptome – Behandlung. Hardcover, 318 Seiten, 16,5 x 24 cm, 24,95 Euro (D) / 25,70 Euro (A), ISBN 978-3-86374-461-8.

Link-Empfehlungen:
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