Meine Narbe – Kaiserschnitt als Einschnitt in die Weiblichkeit?

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Dieses Thema enthält 1 Antwort und 1 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Kristina Marita Rumpel Kristina Marita Rumpel 23.04.2015 um 10:21.

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    Passend zur heute ausgestrahlten TV-Dokumentation „Meine Narbe – ein Schnitt ins Leben“ (Beginn ab 20:15 Uhr, Ende ca. 21:00 Uhr auf 3Sat), möchte ich um Kommentare, Erfahrungen, Einschätzungen, Bauchgefühl zum Thema Kaiserschnitt bitten.

    Es steht außer Frage, dass Notkaiserschnitte für Mutter und Kind lebensrettend sein können und dafür sind wohl alle Frauen dankbar. Doch warum steigt die Zahl der Kaiserschnitte pro Jahr stetig? In Deutschland werden derzeit rund 33 % der Kinder per Kaiserschnitt geholt. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass aber nur 10 – 15 % der Kaiserschnitte auch wirklich notwendig wären. Das heißt in 20 % der Fälle gehen Frauen durch das Risiko einer Operation mit all den traumatischen Folgen, die ein Kaiserschnitt erwiesenermaßen für Mutter und Kind haben kann, obwohl es – bei richtiger Vorbereitung und Betreuung der Frauen vor und während der Geburt – gar nicht dazu kommen müsste.

    Außerdem möchte ich an dieser Stelle ganz klar sagen, dass es mir fern liegt, jene Frauen zu stigmatisieren, die mit Hilfe eines Kaiserschnittes ihr Kind auf die Welt gebracht haben. Ich bin mir ganz sicher, dass jede Frau ihr Bestes gibt, um ihr Kind in Händen halten zu können. Dennoch ist der kritische Fokus auf das Thema wichtig, denn er zeigt, dass es dabei nicht nur um die einzelne Frau und ihre individuelle Geburtserfahrung geht, sondern hinter dem Trend zu Kaiserschnitten auch ein System wirkt, das zum Großteil auf dem Rücken von Frauen ausgetragen wird. Dieses gilt es zu stoppen mit starken, selbstbewussten Frauen!

    Interessant dabei ist auch, dass es in Europa einen deutlichen Nord-Südanstieg gibt, was die Kaiserschnittraten betrifft. Am wenigsten Operationen als Geburtsmaßnahme werden in Finnland gebraucht, am meisten in den südlichen Ländern (Italien, Spanien, Portugal) mit Rumänien als Schlusslicht. Hat diese Verteilung vielleicht auch etwas mit patriarchalen Strukturen zu tun, die in diesen Ländern noch stärker greifen und Frauen dort in ihrer Freiheit und Weiblichkeit verstärkt Einschneidung erfahren? Es ist auf jeden Fall bemerkenswert, dass die Ländern, in denen die Gleichwertigkeit von Frau und Mann selbstverständlich ist, dass dort weniger Kaiserschnitte erfolgen, dafür mehr Kinder geboren werden und dazu in der Gesellschaft noch mehr Wohlstand vorherrscht.

    Ich freue mich auf eure Beiträge zum Thema!
    Kristina Rumpel

    #220124

    Wer hat den Film gesehen? Er ging unter die Haut und hat mich tief betroffen gemacht.
    Die dargestellten Frauen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können und doch in ihren Aussagen alle gleich waren, das war atemberaubend. Da möchte ich laut hinausschreien: der Irrsinn muss aufhören!
    FlowBirthing will Frauen dabei helfen, diese traumatischen Erfahrungen nicht erleben zu müssen. Für selbstbewusste Frauen und kraftvolle Geburten, dafür will ich mich stark machen. Wer zieht mit?!

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