Nochmal zum Buch "Abnehmen"

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Dieses Thema enthält 95 Antworten und 17 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Andreas Winter Andreas Winter 05.04.2011 um 22:38.

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  • #168510

    penelope
    Teilnehmer

    Hallo!

    Ich lese gerade (in Vorbereitung des Coachings) nochmal das Abnehmen-Buch.

    Auf Seite 40 obiger Absatz, letzter Satz, heißt es, man würde stolz sein, wenn man nur Wasser statt Nahrung zu sich nähme.

    Warum sollte dies ein erstrebenswerter Zustand sein? Worauf soll ich stolz sein, wenn Essen doch gar nicht dick macht? Und süchtig macht es auch nicht, so eine große Leistung ist es also auch nicht, drauf zu verzichten. Also ist es doch schlicht und ergreifend egal, ob ich was esse oder nicht. Und soll es nicht auch egal sein?

    Ich versteh das nicht und fände es super, wenn ich es erklärt bekäme. Danke!

    #175169

    Anonym

    Dass Essen nicht dick macht, heißt trotzdem nicht, dass es nicht dick machen KANN. Es kann. Zumindest wenn es zu viel ist, wenn es mir – auch deshalb – nicht gut tut und mir schadet. Deshalb habe ich nie den Trend im Forum verstehen können, der geradezu forderte, man müsse viel essen und trotzdem abnehmen – als ob das der Beweis für Herrn Winters Thesen wäre.

    Genauso KANN es schlank (und stolz) machen, wenn man die eine oder andere Mahlzeit durch Wasser ersetzt. Ich hab mittlerweile 6 kg abgenommen, indem ich hier und da wenig aß: Ich glaube daran, dass es mir gut tut UND so funktioniert. Ich leide keinerlei Mangel, habe keinen Hunger, genieße stattdessen auch mal den leeren Magen. Und bin durchaus auch ein bisschen stolz auf mich, ja.

    Ausschlaggebend ist das GUTE GEFÜHL, das wir dabei haben; es bringt gar nichts, wenn ich Essen in mich hineinstopfe und mit einem nagenden Gewissen denke: „Herr Winter hat ja gesagt, ich soll richtig reinhauen, dann nehme ich schließlich ab!“ (Ich habs jetzt überspitzt.) Sollte es jemandem wirklich gelingen, mit dem besten Gewissen der Welt ganze Säcke voll Süßkram leerzufuttern, sich damit kraftvoll und gesund zu fühlen und tatsächlich zu glauben, so abzunehmen, mags ihm ja gelingen; ich kenne eher die, die sich ohne Mengen von Zuckerzeug wohler fühlen. Das ist nur ein Beispiel, ebenso könnte ich Fleisch oder Nudeln, Brot oder Fett oder anderes anführen.

    Eigentlich also nicht so schwer zu verstehen, Penelope, wenn man nicht davon ausgeht, dass wir „nur mit viel Essen abnehmen können“. Ich könnte Loblieder singen, wie einfach es im Grunde ist … Edit: Dass es mir gut tut, manchmal nur wenig zu essen, merke ich u. a. auch daran, wie ich mich fühle: Leichter und jünger, keine Magenbeschwerden mehr …

    #175170

    penelope
    Teilnehmer

    Hm. Danke für Deine Antwort, Britt. Trotzdem versteh ich das mit dem Stolzsein nicht.
    Wenn normales Essen nicht dick macht, also jetzt nicht tonnenweise, sondern halt so normale Mahlzeiten, und ich nehme ab (gesetzt den Fall, ich komme an den Punkt, dass es richtig funktioniert), weil ich keine Angst mehr habe… warum sollte ich dann wohl versuchen, gar nichts zu essen?

    Ich glaube auch nicht, dass Herr Winter der Ansicht ist, man solle sehr viel essen, so habe ich ihn nicht verstanden. Herr Winter sagt aber, dass der Körper ausscheidet, was er nicht braucht.

    Der Umkehrschluss, den Herr Winter im Buch mehr oder weniger zieht, ist ja: wenn KEIN Essen einen nicht umbringt, und wenig Essen manche Menschen leistungsfähig erhält, muss das bedeuten, dass das Körpergewicht NICHT mit der Menge des Essens korreliert.

    Und wenn das so ist, WARUM sollte ich auf den Gedanken verfallen, nur Wasser zu trinken, und darauf stolz sein, wenn ich doch Essen weder als Bedrohung noch als Stütze oder Belohnung betrachte, sondern als Nahrung für meinen Körper?

    Herr Winter, können Sie mir Ihren Gedankengang erläutern?

    #175172

    insi
    Teilnehmer

    Hallo Penelope,

    ich kann dir mal erklären, wie es bei mir ist:

    Ich habe einen innerlichen Vertrag mit mir und meinem Unbewußten geschlossen. Ich überlasse ihm die Zügel beim essen, so wie ich es z. B. beim gehen oder teilweise auch beim Autofahren mache. Ich mach mir keine Gedanken, ob und was ich jetzt esse, das entscheidet mein Gusto und der Inhalt meines Kühlschranks. Meist zeigt mein UB, daß ich aber gar keinen Hunger, sondern Durst habe (wenn ich versuche diszipliniert zu essen, kann ich das manchmal nicht unterscheiden). So nehme ich ab.

    Werde ich vertragsbrüchig (haha, passiert mir manchmal wegen meiner Erwartungshaltung), dann hört meine abnahme auf. Mißversteh das jetzt aber nicht falsch, ich genieße das Essen schon und habe auch eine Regel: keine Chemiepampe zu essen, also nur das zu essen, was schon z. T. bei Großmutter auf den Tisch kam oder in unseren Nachbarländern traditionell auf den Tisch kommt, dazu habe ich mir ein paar gute Kochbücher zugelegt.

    #175174

    lunali
    Teilnehmer

    Mir kam gerade folgendes Bild/Szene dazu in den Kopf.

    Ich sitze am Schreibtisch, mache etwas, was mir jetzt wichtig ist oder Spaß macht, dann verspüre ich Hunger. Früher hätte ich was nebenbei gegessen oder die Arbeit unterbrochen, aber jetzt hat sich was in mir verändert, eben weil ich weiß, ich muss nicht essen, es ist kein Problem mal nichts zu essen. Ich trinke jetzt ein Glas Wasser (wegen dem Hungergefühl).

    Damit hat sich also ein Glaubenssatz in mir verändert und das zeigt sich jetzt auch ganz konkret, indem ich etwas anders mache (früher hätte ich in jedem Fall etwas gegessen), und da kann ich jetzt Stolz sein auf mich. Ich muss aber nicht Stolz sein auf mich. Jeder wie er mag.

    In dem Bild ist das „ich-bin-stolz-auf-mich“ eine Motivation eine Art Belohnung für mich, weil ich etwas umgesetzt habe, aber keine zwangsläufige Verknüpfung.
    Der Grund dafür ist auch nicht das ich esse oder nicht esse, sondern weil ich merke, es hat sich etwas verändert in meinem Glaubenssystem in Bezug auf Essen und darauf kann man eben auch mal Stolz sein.

    Hilft das vielleicht dem Gedankengang näher zu kommen? Aber mal sehen, was Herr Winter dazu sagt.

    #175179

    Anonym

    Ich bin einfach stolz auf den veränderten Umgang mit mir – Lunali, Du beschreibst es so ähnlich, wie ich es meine.

    Ich stelle aber wieder fest – hab das schon öfters bemerkt – dass das Wort Stolz ganz verschiedene Assoziationen hervorruft, vielleicht weil er von altersher als „Todsünde“ galt?

    Stolz heißt für mich nicht Überheblichkeit und Selbstbeweihräucherung, sondern bedeutet pure Freude an dem, was ich erreicht habe. Und da ich das immerhin ja geschafft habe, mischt sich halt außer Freude noch ein kleines Schulterklopfen hinein.

    #175181

    penelope
    Teilnehmer

    Mit dem Stolz an sich habe ich gar kein Problem.

    Ich bin z.B. stolz auf mich, wenn ich es dreimal die Woche zum Sport geschafft habe, weil das gut für meinen Rücken und mein Allgemeinbefinden ist. Ich bin auch stolz auf mich, wenn ich meine Arbeit in Rekordzeit geschafft habe und auch noch alles richtig ist.

    Wenn ich jetzt stolz darauf wäre, Wasser statt Nahrung zu mir zu nehmen, hieße das, dass ich Wasser als besser und richtiger ansehe und Nahrung als schlechter. Damit schaffe ich doch eher wieder Angst vor dem Essen, es tut mir weniger gut als Wasser, und wenn ich es zu mir nehme, habe ich ein schlechtes Gewissen. Was wiederum dick macht.

    Herr Winter, bitte lösen Sie das Rätsel.

    #175182

    Anonym

    Insi, nur als Schlussbemerkung „vor Herrn Winter“ 🙂 :

    Du folgerst, dass man bei Stolz auf sich noch Angst vor dem Essen hätte. Warum siehst Du das zwingend miteinander gekoppelt?

    Ich hab nicht die geringste Angst mehr vor Nahrung. Deshalb kann ich ja los lassen und nehme ab. Stolz kann ich trotzdem sein, auf meine Leistung; immerhin bin ich mit mir weitergekommen, hab für mich die Nuss geknackt, und nicht nur eine … es ist NICHT der Stolz auf das Wasser oder das wenig Essen, sondern der Stolz auf eigene Leistung, wie auch immer die ausschauen mag.

    #175187

    insi
    Teilnehmer
    quote Britt:

    Insi, nur als Schlussbemerkung „vor Herrn Winter“ 🙂 :

    Du folgerst, dass man bei Stolz auf sich noch Angst vor dem Essen hätte. Warum siehst Du das zwingend miteinander gekoppelt?

    Ich hab nicht die geringste Angst mehr vor Nahrung. Deshalb kann ich ja los lassen und nehme ab. Stolz kann ich trotzdem sein, auf meine Leistung; immerhin bin ich mit mir weitergekommen, hab für mich die Nuss geknackt, und nicht nur eine … es ist NICHT der Stolz auf das Wasser oder das wenig Essen, sondern der Stolz auf eigene Leistung, wie auch immer die ausschauen mag.

    Naja, auf Stolz habe ich mich jetzt gar nicht so sehr bezogen, sorry.

    Wenn ich Herrn Winters Schlußsatz für mich interpretiere, würde ich das so übersetzen: „aufgrund dessen, daß du nicht bei jedem Magengrummeln oder Mangelgefühl darauf schließt Hunger zu haben, sondern ganz unterbewußt erkennst, daß es wohl eher Durst sein könnte und erstmal etwas trinkst anstatt zu essen. Du tust das, weil du deine Gründe für das Übergewicht erkannt hast….. darauf kannst du stolz sein…..

    (AUA ich weiß, blöder Schachtelsatz)

    #175188

    Anonym
    quote insi:

    Wenn ich Herrn Winters Schlußsatz für mich interpretiere, würde ich das so übersetzen: „aufgrund dessen, daß du nicht bei jedem Magengrummeln oder Mangelgefühl darauf schließt Hunger zu haben, sondern ganz unterbewußt erkennst, daß es wohl eher Durst sein könnte und erstmal etwas trinkst anstatt zu essen. Du tust das, weil du deine Gründe für das Übergewicht erkannt hast….. darauf kannst du stolz sein…..

    Ja, genau: Ich finde, darauf kann man stolz sein, sich darüber freuen oder andere positive Gefühle dazu haben – warum denn nicht? Ich verstehe offenbar nicht das Problem. (Sorry, und jetzt halte ich die Tasten still. ;))

    #175191

    lunali
    Teilnehmer
    quote Penelope:

    …Wasser als besser und richtiger ansehe und Nahrung als schlechter…..

    vielleicht liegt hier der Knackpunkt…

    warum soll den Wasser besser als Nahrung sein? Ich glaube nicht, dass es um eine Bewertung von Wasser oder Nahrung geht, sondern wie man dazu steht und es werden ja Leute angesprochen, die ein Gefühlsproblem über Essen ausleben und statt Nahrung mal Wasser als Alternative nehmen sollen/können.

    #175193
    Andreas Winter
    Andreas Winter
    Teilnehmer

    Solange ein Mensch abnehmen möchte, glaubt er meist, jegliches Essen wäre falsch. Also ist Wasser trinken die Lösung. Macht satt, nährt den Körper, ist gesund und nur wenn man echten Durst hatte baut man daraus Fett. Sobald man schlank ist, ist es ohnehin egal, was man futtert (ist es vorher auch, glaubt aber keiner).
    Das war das ganze Geheimnis. Der Satz war ein doppelter Boden für die Essengläubigen.
    A.W.

    quote Penelope:

    Hallo!

    Ich lese gerade (in Vorbereitung des Coachings) nochmal das Abnehmen-Buch.

    Auf Seite 40 obiger Absatz, letzter Satz, heißt es, man würde stolz sein, wenn man nur Wasser statt Nahrung zu sich nähme.

    Warum sollte dies ein erstrebenswerter Zustand sein? Worauf soll ich stolz sein, wenn Essen doch gar nicht dick macht? Und süchtig macht es auch nicht, so eine große Leistung ist es also auch nicht, drauf zu verzichten. Also ist es doch schlicht und ergreifend egal, ob ich was esse oder nicht. Und soll es nicht auch egal sein?

    Ich versteh das nicht und fände es super, wenn ich es erklärt bekäme. Danke!

    #175194

    penelope
    Teilnehmer

    Dann würde ich meinen, ich hatte nicht ganz unrecht (wenn ich so vermessen sein darf) und fange tatsächlich an, das Buch zu kapieren (worauf ich jetzt wiederum stolz sein darf, glaub ich).

    Sobald ich nicht mehr glaube, dass Essen falsch ist, mich dick macht, ungesund ist oder sonstwas, ist es VOLLKOMMEN EGAL, ob ich esse oder Wasser trinke. Ich habe dann allerdings auch keinen besonderen Grund auf mich stolz zu sein, weil es ja egal ist!

    Ich persönlich hoffe, dass ich keinen doppelten Boden mehr brauche (spätestens nach dem 10.12.!!)

    Danke für die Antwort, Herr Winter!

    Aber jetzt kommt direkt die nächste Frage: Wieso baut der Körper aus Wasser Fett, wenn man echten Durst hatte? Was soll das für einen Zweck haben, der Körper braucht doch bei Durst Wasser und nicht Fett? *grübel*

    #175199
    Andreas Winter
    Andreas Winter
    Teilnehmer

    Oh, ich bitte um Entschuldigung. Ich gehe so selbstverständlich davon aus, dass jeder, der hier im Mankau Forum über Fett diskutiert, automatisch auch mein Buch „Abnehmen ist leichter als zunehmen“ gelesen hat. Unser Fett besteht aus Wasser, gebunden an Kohlenstoff. Daher kann ein Kamel auch so unglaublich viel Wasser als fett in seinen Höckern speichern – das tut es aber nur, wenn es vorher einen Cortisolschub hatte.
    Das heißt, Sie können auch von einer Cola-Light zunehmen, wenn Sie ein Mangelgefühl (schlechtes Gewissen) davor, dabei oder danach haben (etwa, weil Sie auch einen Bissen von einem Schokoriegel gemacht haben). daher ja uach mein Tipp: Solnage Sie Angst vor dem Essen haben, trinken Sie lieber Wasser und essen nichts (ein Übergewichtiger kann Wochenlang nichts essen, ohne physiologische Schäden zu bekommen – dafür ist das gespeicherte Fett ja da). Solange Sie kein Cortisol ausstoßen ist es wirklich absolut egal, ob und was Sie essen oder trinken. und wieviel – aber welcher Übergewichtige kann das schon, ohne gründliche Veränderung seiner Glaubenssätze?
    A.W.

    quote Penelope:

    Dann würde ich meinen, ich hatte nicht ganz unrecht (wenn ich so vermessen sein darf) und fange tatsächlich an, das Buch zu kapieren (worauf ich jetzt wiederum stolz sein darf, glaub ich).

    Sobald ich nicht mehr glaube, dass Essen falsch ist, mich dick macht, ungesund ist oder sonstwas, ist es VOLLKOMMEN EGAL, ob ich esse oder Wasser trinke. Ich habe dann allerdings auch keinen besonderen Grund auf mich stolz zu sein, weil es ja egal ist!

    Ich persönlich hoffe, dass ich keinen doppelten Boden mehr brauche (spätestens nach dem 10.12.!!)

    Danke für die Antwort, Herr Winter!

    Aber jetzt kommt direkt die nächste Frage: Wieso baut der Körper aus Wasser Fett, wenn man echten Durst hatte? Was soll das für einen Zweck haben, der Körper braucht doch bei Durst Wasser und nicht Fett? *grübel*

    #175200

    mascha
    Teilnehmer
    quote Powerscout:

    Solange Sie kein Cortisol ausstoßen ist es wirklich absolut egal, ob und was Sie essen oder trinken. und wieviel – aber welcher Übergewichtige kann das schon, ohne gründliche Veränderung seiner Glaubenssätze?

    Und genau die kriegen wir ja ordentlich aufgelöst am 10.12., gell? 😉

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