Ureaplasmen & Mykoplasmen

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Dieses Thema enthält 3 Antworten und 2 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  padanny 17.09.2019 um 20:41.

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  • #279407

    padanny
    Teilnehmer

    Sehr geehrter Herr Dr. Wormer,

    vielen Dank dass Sie sich für das Thema Grüne Antibiotika engagieren und damit helfen über Alternativen aufzuklären.

    Ihr Buch habe ich verschlungen. Zu einem speziellen Anliegen ist mir noch nicht ganz klar ob es pflanzliche Alternativen gibt: nämlich gegen Urea- und Mykoplasmen.

    Seit eineinhalb Jahren (seit ich erstmals intimen Kontakt zu meinem heutigen Ehemann hatte) habe ich starke urogenitale Beschwerden mit allen Begleit-Trittbrettkeimen (g. vaginalis, Pilzinfektionen…).

    Zunächst wurde lediglich gardnerella erhöht festgestellt. Der Frauenarzt riet mir es ohne AB zu versuchen, da ich eine an sich gesunde Frau (39) sei. Es wurde leider so unerträglich dass ich meinen Alltag nicht mehr bewältigen konnte. Daraufhin wurde gardnerella antibiotisch behandelt. Auf mein Drängen hin wurde ein paar Wochen später breiter untersucht weil keine Besserung eintrat. Chlamydien etc. wurden ausgeschlossen. Die Beschwerden hielten an. Nach 2 Arztwechseln wurden Urea- und Mykoplasmen getestet. Stark positiv der Befund für Ureaplasmen, leicht positiv für Mykoplasmen.  Antibiogramm empfahl Doxycyclin. Danach nahm ich 14 Tage lang 400 mg Doxycyclin ein.

    Die Abschlusskontrolle nach ein paar Wochen erklärte mich für gesund.

    Die Beschwerden waren kurzzeitig besser, ab und an immer noch leichtes Pieksen, Brennen auch in der vorderen Harnröhre. Mein Partner hat sich beim Urologen testen lassen (per Bluttest) um zu verhindern dass er mich infizieren könnte.  Befund negativ.

    In unserer Hochzeitsnacht haben wir endlich mal wieder miteinander geschlafen.

    Dann wurde es wieder schlimmer. Nun der Befund einer stark pathogen veränderten Vaginalflora mit stark erhöhten Mykoplasmen, gardnerella und anderen Trittbrettfahrern die wohl zur normalen Flora gehören aber nicht in der Zahl.

    Ich soll nun wieder ein AB nehmen gegen die Mykoplasmen und befürchte dass ich in einem ewigen Teufelskreis feststecke.

    Über einen Hinweis zu möglichen Alternativen würde ich mich sehr freuen.

    Herzlichen Dank

    Claudia

    #279408

    Hallo Claudia,

    Sie sprechen eine wichtige Problematik an, die die Medizin praktisch nicht auf dem Schirm hat. Mykoplasmen sind aus meiner Sicht die am meisten unterschätzten infektiösen Mikroorganismen. Sie sind an vielen „unerklärlichen“ Erkrankungen beteiligt – bis hin zu Krebs. Das hat damit zu tun, dass es sich um hoch intelligente clevere Keime handelt. Man sollte sie einfach besser kennenlernen. M. genitalium gilt z. B. als unterschätzter „neuer“ pathogener Keim für Geschlechtskrankheiten.

    Da von solchen Infektionen sehr viele Menschen betroffen sind und Ärzten kaum bekannt ist, was zu tun ist, wird im Herbst ein Buch zu diesem wichtigen Thema erscheinen: Borreliose-Koinfektionen, Herba Press, Aschaffenburg. Darin werden auch Ureaplasmen vorgestellt. Ich bin Koautor von Stephen H. Buhner. Da ich davon ausgehe, dass bei Ihnen eine Infektion mit M. genitalium vorliegt, hier vorab die Bewertung Ihrer Therapie im Zitat aus diesem Buch:

    „Bei urogenitaler Infektion erzielte Azithromycin bessere Ergebnisse als Doxycyclin (85 vs. 45 Prozent Heilungsraten). Die beste Therapie mit Heilungsraten von 97 Prozent ist eine 5-Tage-Kur mit Azithromycin: 500 mg am Tag 1, 250 mg Tag 2–5.“ Das ist jetzt nur die Einschätzung der medikamentösen Therapie, die schwerlich zur Heilung führt. Falls noch eine Antibiotikatherapie beabsichtigt ist, besser nicht mit Doxycyclin. (es gibt auch AB-Resistenzen!)

    Und ja, es gibt ein Naturtherapie-Protokoll, das vermutlich wirksamer ist als Antibiotika. Ich muss Sie auf das Buch vertrösten, da jede Mycoplasma-Therapie hochgradig individuell sein muss – abhängig vom Stadium der Erkrankung und vom „Zustand“ des Mikroorganismus. Dort wird ein Sieben-Punkte-Plan vorgestellt. Den Erfahrungen zufolge dauert die Naturtherapie auf Grund der komplexen Natur des Keims einige Monate, ist aber nicht mit den Nebenwirkungen von AB belastet. Hier das Abschlusszitat: „Es ist unumgänglich, zu verstehen, was diese Bakterien wie und warum tun – um gezielt und punktgenau intervenieren zu können.“ Mit AB-Keulen allein wird man die cleveren Keime nicht langfristig kontrollieren können.

    Sie werden Ihre beabsichtigte Heilung auf jeden Fall selbst in die Hand nehmen müssen. Sie wird aber möglich sein. Vielleicht unterstützt Sie ja hier ein Heilkundiger, der sich mit der Materie beschäftigt hat.

    Ich hoffe, meine Ausführungen haben Ihnen geholfen.

    alles Gute

    #279409

    padanny
    Teilnehmer

    Hallo Herr Dr. Wormer,

    danke vielmals für Ihre schnelle und ausführliche Rückmeldung. Ich werde angesichts der Beschwerden und der Beeinträchtigung meines Alltags wohl nicht auf das Buch warten können, aber ich danke Ihnen trotzdem für all Ihre aufschlussreichen Hinweise. Ich suche schon länger nach entsprechenden Therapeuten mit einem phytotherapeutischen Hintergrund. Natürlich können Sie niemanden konkret empfehlen, aber falls Sie noch einen Tipp zu einer Therapeutenliste hätten, wäre ich Ihnen sehr dankbar.

    Alles Gute für Sie,

    Claudia

    #279410

    padanny
    Teilnehmer

    PS: Gibt es ein ähnliches Werk von Bahner bereits auf Englisch, das mir weiterhelfen könnte?

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