was ist das für ein nationalpark?

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Dieses Thema enthält 1 Antwort und 1 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  cmeinhold 19.10.2017 um 16:12.

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  • #169979

    pitter
    Teilnehmer

    wir waren im september drei wochen zum wandern und urlaub machen im cilento-nationalpark. ich war ehrlich gesagt ziemlich schockiert über einen nationalpark in diesem zustand – die wege sind entweder gar nicht oder falsch ausgeschildert oder markiert, was für wanderungen im gebirge ja schonmal ziemlich schlecht und auch gefährlich ist. karten/info-material gab es nirgendwo, das besucherzentrum in vallo della lucania war verlassen und menschenleer – allerdings noch offen und begehbar. da gibt es scheinbar weder eine verwaltung noch sonst irgendwen, der sich um den park kümmert. hatte ich pech oder ist das immer so? september ist natürlich nebensaison, aber ich hatte nicht den eindruck, dass dieser nationalpark ernsthaft betrieben wird. sehr schade um die wunderschöne landschaft!

    #226266

    cmeinhold
    Teilnehmer

    Der Eindruck trügt nicht, von der Parkverwaltung ist bezüglich Wanderwegen kaum etwas zu erwarten. Topografische Karten gibt es, die aber nicht als Informationsquelle für Wanderwege taugen. Hinzu kommt, dass ein Großteil der Landschaft beweidet wird und die Hirten Wege bewusst zuwachsen lassen, als natürliche Weidezäune. Das Wandern, wie es in Mitteleuropa quasi zur Kultur gehört, passt überhaupt nicht zur süditalienischen Mentalität. In der Natur zu Fuß gehen, gibt es als Prozession zu einem Bergheiligtum oder als feucht-fröhliche Aktivität im Wandervein – immer in großer Gruppe mit erfahrenen Beteiligten. Daher ist in dieser Gegend Verständnis, Abenteuerlust und viel Geduld notwendig.

    Dennoch gibt es vor Ort viele Menschen, die sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten der Sache individuell annehmen, meist im Verein (der sich um Wege sowie Müllbeseitigung kümmert) oder als Anbieter touristischer Leistungen. Wenn wir einen Wanderführer gebucht hatten, musste dieser unter Umständen die anvisierte Strecke einmal begehen, um sie überhaupt anbieten zu können, dann kurz vorher noch einmal, um sich über den Zustand zu vergewissern – und jedes Mal die Machete mitnehmen. Der Cilento ist nun einmal Geheimtipp, weil nicht so viele Touristen kommen.

    Ich selbst habe über mehrere Aufenthalte Wandermöglichkeiten gesammelt und auf gpsies.com dokumentiert – in Ergänzung zu den gedruckten Wanderführern vor allem solche, die ohne Auto durchführbar sind oder die uns von kundigen Leuten vor Ort gezeigt worden sind. Weiterhin pflege ich die Karte openstreetmap.org für den Bereich zwischen Pisciotta, Vallo della Lucania, Monte Cervati und Sapri. Unter Beachtung sämtlicher in den Daten verfügbaren Informationen (die in der normalen Ansicht aber nicht alle gezeigt werden … ) halte ich OSM in diesem Bereich für recht verlässlich. In OSM eingetragene offizielle und in der Gegend irgendwie sichtbare Wanderrouten können mit hiking.waymarkedtrails.org sichtbar gemacht werden. Eine Garantie gibt es aber nicht. Jede meiner Wanderreisen in den Cilento hat monatelange minutiöse Vorbereitungen erfordert.

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