„Gehen Sie gut gewappnet auf die Reise!“

Interview mit dem Homöopathie-Experten Sven Sommer

„Homöopathische Globuli sind optimale Reisebegleiter: Sie beanspruchen kaum Platz, sind aber eine große Hilfe in der Eigenbehandlung leichter, doch lästiger Beschwerden wie Husten, Schnupfen, Ohrenschmerzen oder Durchfall. Und bei stärkeren Beschwerden unterstützen sie das Immunsystem und die Wirksamkeit schulmedizinischer Medikamente – und das in der Regel ganz ohne Nebenwirkungen!“

Der renommierte Homöopathie-Experte Sven Sommer, Autor des Kompakt-Ratgebers „Homöopathische Haus- und Reiseapotheke“ und zahlreicher anderer Bücher, hat zusammen mit dem Schulmediziner Dr. med. Werner Dunau wichtige Informationen und zahlreiche Empfehlungen für die (Selbst-)Behandlung von Beschwerden von A bis Z zu Hause und auf Reisen zusammengestellt.

Die „Homöopathische Haus- und Reiseapotheke“ erscheint jetzt in aktualisierter Auflage im praktischen Kompakt-Format. Warum ist dieser Ratgeber so ein wichtiger Reisebegleiter?

Sommer: Stellen Sie sich vor, Sie sind im Ausland und werden krank. Verständigungsprobleme und die Suche nach einem Arzt erschweren nun noch zusätzlich Ihre Situation. Da ist es ganz einfach praktisch und hilfreich, einen kleinen Ratgeber dabeizuhaben, der Ihnen eine gewisse Diagnosemöglichkeit erlaubt und Ihnen neben allgemeinen Verhaltenstipps homöopathische und schulmedizinische Behandlungsvorschläge unterbreitet.

Zurzeit macht die öffentliche Auseinandersetzung um die Homöopathie und ihre Wirksamkeit mal wieder Schlagzeilen. Mit welche Argumenten und Forschungsergebnissen können Sie die Gegner dieser alternativen Heilmethode überzeugen?

Sommer: In meinem im September 2017 erscheinenden Essay bei Reclam „Homöopathie – 100 Seiten“ gehe ich erstmals der Theorie nach, dass das homöopathische Wirkprinzip sich schon bei der Entstehung der ersten Zellen als überlebensförderndes und damit evolutionäres Prinzip etabliert hat. Demnach werden dadurch die Selbstreparaturmechanismen der Zellen stimuliert. Dass die Homöopathie als Therapieform wirksam ist, daran bestehen heute keine Zweifel. Es gibt genügend Anwenderstudien, die dies belegen. Ob aber die homöopathischen Mittel im Einzelfall wirken, dafür gibt es bisher keine gesicherten Nachweis … der steht also noch aus. Nachdem jedoch nach einer Umfrage jeder Vierte in Deutschland in der Zwischenzeit ein überzeugter Anwender der Homöopathie ist, da ihm persönlich die Mittel geholfen haben zu scheinen, und die meisten der Befragten die Mittel selbst angewendet hatten, spricht also nichts gegen eine verantwortungsbewusste Selbstbehandlung mit Homöopathika. Wichtig ist, im Zweifel oder bei ernsten Beschwerden fachlichen Rat hinzuzuziehen. Unser Ratgeber gibt Ihnen Hinweise, wann Sie das tun sollten.

Ab einer bestimmten Verdünnung wirken homöopathische Mittel nicht mehr chemisch, sondern nur noch biophysikalisch. Was versteht man darunter, und welche Vorteile bietet dieses Verfahren?

Sommer: Wir gehen davon aus, dass bei der Herstellung der Mittel ein gewisser Informationstransfer stattfindet. Wie das genau geht, weiß man bisher nicht. Vorteil ist, dass durch die hohen Verdünnungen nur mehr wenige oder gar keine chemischen Moleküle der Ausgangssubstanz mehr vorhanden sind und damit auch nur noch eine verschwindend kleine Wahrscheinlichkeit herkömmlicher Nebenwirkungen besteht. Dieser Sicherheitsaspekt macht die Selbstanwendung homöopathischer Mittel so interessant.

Gerade Geschäftsreisende und Last-Minute-Urlauber vernachlässigen häufig die notwendigen Reisevorbereitungen im Hinblick auf die Gesundheit. Welche prophylaktischen Maßnahmen sind absolut unverzichtbar? 

Sommer: Wichtig ist ganz generell, dass ein ausreichender Versicherungsschutz besteht. Prüfen Sie das, und schließen Sie eventuell eine gute Reiseversicherung ab. Ich empfehle natürlich weiterhin unseren Ratgeber und eine Taschenapotheke mit den wichtigsten Mitteln und Medikamenten. So gehen Sie gewappnet auf die Reise.

Welche homöopathischen Mittel und welche Medikamente sollte man unbedingt mitnehmen, wenn z. B. eine Reise in exotische Regionen geplant ist? 

Sommer: Exotisch kann ein Dschungeltrip in Borneo sein, aber auch eine Reise nach Antarktika. Verständlich, dass Sie sich für diese Reisen unterschiedlich ausrüsten. Das sollte auch in Bezug auf Ihre Reiseapotheke so sein! Aber Fieber, Husten oder Ohrenschmerzen können Sie auf der ganzen Welt genauso plagen wie daheim. Daher ist die allgemeine Reiseapotheke wichtig, die Sie dann spezifisch für die jeweilige Fernreise erweitern sollten. Und unser Ratgeber im Gepäck gibt Ihnen Hinweise, wann das Fieber vielleicht eine Malaria, der Husten eine Lungenentzündung und die Ohrenschmerzen eine Mittelohrentzündung sein könnte und was Sie dann dagegen machen können.

Nicht nur im Ausland, sondern auch in vielen ländlichen Gebieten wird es zunehmend schwieriger, die ärztliche Versorgung zu gewährleisten. Ist der Trend zur Selbstbehandlung mit Alternativmedizin eine sinnvolle Reaktion auf diese Entwicklung?

Sommer: Die Selbstbehandlung mit Alternativmedizin ist bei den allermeisten akuten Beschwerden ganz generell eine sinnvolle Entscheidung. Ob Husten, Schnupfen, Heiserkeit, Hals- oder Ohrenschmerzen, Durchfall etc., akute Beschwerden sind in aller Regel viral bedingt, und hier bietet die Schulmedizin nichts Sinnvolles außer Schmerzmittel und Fiebersenker. Dennoch werden von Ärzten hierbei immer noch viel zu häufig Antibiotika verschreiben, obwohl diese bei viralen Krankheiten gar nicht helfen. Sie schaden dann nur, weil sie auch die guten Bakterien im Darm töten, die eine wichtige Rolle in der Immunabwehr übernehmen. Von den auftretenden Resistenzen ganz zu schweigen. „Wait and see“ ist das, was verantwortungsvolle Schulmediziner hier empfehlen. In der Alternativmedizin kennen wir aber jede Menge Möglichkeiten, das Immunsystem dabei sinnvoll zu stärken und zu unterstützen. Wie schon erwähnt: Wichtig ist nur, dass Sie wissen, wann Sie fachlichen Rat aufsuchen sollten. Ein guter Ratgeber hilft dabei.

Neben allgemeinen und schulmedizinischen Maßnahmen und Empfehlungen enthält Ihr Ratgeber vor allem die häufigsten homöopathischen Mittel. Bei welchen Beschwerden empfiehlt sich jeweils die eine oder andere Behandlung, und wie können Homöopathie und Schulmedizin einander ergänzen?

Sommer: Pauschal gesagt: Bei leichteren Beschwerden und einfachen Virusinfektionen ist in aller Regel die Homöopathie völlig ausreichend, bei mittelstarken und schweren Beschwerden bietet sich eine Kombination aus Homöopathie und Schulmedizin an. Beispielsweise bei einer bakteriellen Infektion stimuliert die Homöopathie das eigene Immunsystem, während die schulmedizinischen Medikamente – wie Antibiotika – die Erreger abtöten, sodass sich die Therapien gegenseitig sinnvoll ergänzen. Ein großer Vorteil der Homöopathie dabei ist, dass sie in aller Regel keine bekannten Neben- oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten hat.


Buch-Tipp:
Sven Sommer: Homöopathische Haus- und Reiseapotheke. Mit schulmedizinischen Tipps von Dr. med. Werner Dunau. Mankau Verlag, 2. aktual. Aufl. 2017, Klappenbroschur, 11,5 x 16,5 cm, durchgehend farbig, 220 S., 9,99 Euro (D) / 10,30 Euro (A), ISBN 978-3-86374-010-8.

Link-Empfehlungen:
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