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„Katzen reagieren sehr gut auf Heilpflanzen!“ – Interview mit Tierärztin Dr. med. vet. Dorina Lux

„Auch wenn unsere Samtpfoten oft sehr wählerisch sind, was sie fressen oder nicht, nehmen viele von ihnen im Krankheitsfall freiwillig Heilpflanzen zu sich und zeigen schnelle und deutliche Besserung. Da Katzen als reine Fleischfresser jedoch einen gänzlich anderen Stoffwechsel haben als beispielsweise Hunde, ist es sehr wichtig, sich an katzenspezifische Dosierungen zu halten.“ Tierärztin Dr. med. vet. Dorina Lux, Autorin des Kompakt-Ratgebers „Grüne Hausapotheke für Katzen“, sieht in heimischen Heilpflanzen – sowohl in gesundheitlicher als auch in ökologischer Hinsicht – eine effiziente und empfehlenswerte Möglichkeit, Beschwerden und Krankheiten der sensiblen Vierbeiner auf sichere und natürliche Weise selbst zu behandeln und zu lindern. 

Nach der „Grünen Hausapotheke“ für Hunde folgt nun die für Katzen. Was hat Sie zu diesen beiden Ratgebern inspiriert? 

Dr. med. vet. Dorina Lux: Viele unserer modernen Arzneimittel basieren auf Wirkstoffen, die in Heilpflanzen entdeckt und daraus isoliert wurden. Das Wissen über die Heilpflanzen selbst als wirkungsvolles Therapeutikum ist in den letzten Jahrzehnten jedoch leider zunehmend verloren gegangen. Dabei können wir im eigenen Garten und auf dem Spaziergang jede Menge Heilpflanzen entdecken und erfolgreich bei unseren Haustieren anwenden. Besonders angesichts der seit Beginn der Corona-Pandemie immer wieder auftretenden Lieferschwierigkeiten vieler Arzneimittel sind heimische Heilpflanzen eine echte Alternative. 

 Wo liegen die Unterschiede zwischen unseren beiden liebsten Haustieren? 

Dr. med. vet. Dorina Lux: Die Katze ist im Gegensatz zum Hund ein reiner Fleischfresser, und es gibt demzufolge große Stoffwechselunterschiede. Dennoch, oder gerade deshalb, reagieren Katzen sehr gut auf Heilpflanzen. Es ist jedoch wichtig, sich an katzenspezifische Dosierungen zu halten, die erheblich von anderen Tierarten abweichen können. 

Katzen nehmen durch ihr sensibles Wesen in der Tiermedizin eine Sonderrolle ein. Worin besteht diese, und welche Erkrankungen sind die Folge? 

Dr. med. vet. Dorina Lux: Katzen benötigen Jagd- oder andere arttypische Beschäftigungsmöglichkeiten und Kontakt zu Artgenossen; reine Haus- oder Wohnungskatzen brauchen zudem häufig zwei stets saubere Katzentoiletten pro Individuum. Werden diese Bedürfnisse nicht erfüllt, können Katzen Beschwerden und Symptome wie stressbedingten Fellverlust oder chronische Harnwegsentzündungen entwickeln. Auch auf Umgebungsveränderungen reagieren Katzen manchmal mit stressbedingten Erkrankungen. 

Neuere Verhaltensstudien haben gezeigt, dass Katzen keine reinen Einzelgänger sind, sondern auch zur Rudelbildung fähig sind und regelrecht Freundschaften schließen können. Woher stammt das Klischee von der Katze als einsamer Jäger? 

Dr. med. vet. Dorina Lux: Das Klischee von der Katze als einsamer Jäger stammt von der Europäischen Wildkatze, die nach bisherigen Kenntnissen wirklich ein Einzelgänger zu sein scheint. Das Verhalten einer domestizierten Art verändert sich im Laufe der Jahrtausende jedoch deutlich. Und von domestizierten Hauskatzen wissen wir inzwischen, dass sie auch zur Rudelbildung fähig ist. Ein Beispiel sind Katerfreundschaften: Ältere Kater suchen sich einen jungen als „Lehrling“ und bringen ihm das Jagen bei. Diese beiden Kater sind oft jahrelang stets zu zweit unterwegs. 

Wie der Vorgänger-Band befasst sich auch der neue Kompakt-Ratgeber mit den Möglichkeiten für die Behandlung mit den sanften Mitteln der Natur. Was sind die Vorteile bei der Anwendung heimischer Heilpflanzen? 

Dr. med. vet. Dorina Lux: Heilpflanzen haben gegenüber chemisch hergestellten Arzneimitteln häufig den Vorteil, dass sie nebenwirkungsärmer sind. Zum Beispiel entsteht die schmerzlindernde Substanz Salicylsäure aus der Weidenrinde erst im Körper und hat dadurch keine negativen Auswirkungen auf die Darmschleimhaut.  Heimische Heilpflanzen – im Sinne von Heilpflanzen, die in unserem Klima wachsen – haben den Vorteil, dass sie ökologisch sinnvoller sind. Sie müssen nicht über weite Strecken transportiert werden, so dass die Anwendung weniger energieaufwendig und klimaneutraler ist. Auch die Verwendung der Heilpflanzen in frischer oder getrockneter Form, sowie die einfach durchzuführende Zubereitung von Extrakten verbraucht im Vergleich zur Herstellung der meisten Arzneimittel weniger Energie und schont unsere Umwelt. 

Können Sie eine typische Katzenkrankheit und deren Therapie als Beispiel nennen? 

Dr. med. vet. Dorina Lux: Eine sehr häufig auftretende Katzenkrankheit ist beispielsweise die bereits erwähnte chronische oder chronisch-wiederkehrende stressbedingte Blasenentzündung der Katze. Hier kann durch Brennnesselgabe die Häufigkeit, Länge und Intensität der Krankheitsphasen erheblich erleichtert werden. 

Jeder Katzenbesitzer ist vermutlich schon einmal am anspruchsvollen Geschmackssinn seiner Katze verzweifelt. Welche Erfahrungen haben Sie bei der Verabreichung von Heilkräutern bei Katzen gemacht, und was sollte dabei besonders beachtet werden? 

Dr. med. vet. Dorina Lux: Im Krankheitsfall verändert sich der Geschmackssinn bei allen untersuchten Säugetierarten, inklusive der Katze, zu einer erhöhten Bitterstofftoleranz. Viele Katzen fressen im Krankheitsfall Heilkräuter freiwillig ohne größere Probleme. Wildlebende Tiere suchen sie teilweise sogar gezielt auf. Bei Katzen, auf die dies nicht zutrifft, kann man auf flüssige Zubereitungen ausweichen und diese mit einer kleinen Spritze in den Mund eingeben. In der „Grünen Hausapotheke“ erfahren Katzenbesitzer, welche Krankheiten sie auf welche Weise erfolgreich selbst bei ihrer Katze therapieren können und in welchen Fällen sie besser den Rat eines Tierarztes oder Tierheilpraktikers einholen sollten.

Buch-Tipp:
Dr. med. vet. Dorina Lux: Grüne Hausapotheke für Katzen. Heimische Heilpflanzen sicher anwenden. Kompakt-Ratgeber. Mankau Verlag, 1. Aufl. Juni 2022, Klappenbroschur, farbig, 11,5 x 16,5 cm, 158 Seiten, 12,00 Euro (D) / 12,40 Euro (A), ISBN 978-3-86374-655-1

Link-Empfehlungen:
Mehr Informationen zum Kompakt-Ratgeber „Grüne Hausapotheke für Katzen“
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