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Interview mit Petra Neumayer: „Finden Sie von der Last wieder zur Lust der Hormone!“

Ist es eigentlich möglich, die Hormonbalance selbst zu optimieren? „Ja!“, meint die Medizinjournalistin Petra Neumayer. „Denn mit dem kompakten Wissen um ‚Hormonfreunde‘ und ‚Hormonfeinde‘ kann frau selbst an den richtigen Stellschrauben ansetzen, um den weiblichen Organismus auf natürlichem Weg wieder in die hormonelle Balance zu führen.“ Die Gesundheitsexpertin Petra Neumayer, u.a. Autorin des neuen Ratgebers „Meno-Balance“ sowie des Bestsellers „Erste Hilfe bei Hitzewallungen & Co.“, will ihre Leserinnen dabei unterstützen, mit gutem Gefühl und in Wohlbefinden durch das Klimakterium zu kommen und neue Leichtigkeit und Lebensfreude zu finden.

Bereits 2018 haben Sie einen erfolgreichen Ratgeber zum Thema „Erste Hilfe bei Hitzewallungen & Co.“ veröffentlicht. Was ist das Neue an „Meno-Balance“, und welches Ziel verfolgt Ihr aktuelles Buch?

Petra Neumayer: Wie der Titel meines ersten Wechseljahresbuchs schon sagt: dessen Idee war es, den Leserinnen „erste Hilfe“ durch Tipps und Anwendungen speziell bei Hitzewallungen zu geben, einer der sicherlich lästigsten Beschwerden für uns Frauen. Doch natürlich gibt es noch eine weitere Palette an Symptomen bis hin zu Erkrankungsrisiken, wenn die Hormone dauerhaft verrücktspielen. Besonders wichtig war mir an dem neuen Buch, dass die Leserinnen auch einen leicht verständlichen Einblick in die Funktionsweise des Hormonsystems erhalten, denn es gibt einige Stellschrauben, an denen wir selbst drehen können, ohne gleich Medikamente oder Hormone einnehmen zu müssen.

Beim sogenannten „Klimakterium“ geht es nicht nur um körperliche Symptome, sondern gleichzeitig auch um den Eintritt in eine ganz neue Lebensphase. Welche Veränderungen stellen sich mit den Wechseljahren ein, und wie bereitet sich frau am besten darauf vor?

Petra Neumayer: Wenn ich jetzt an die Zeitspanne bis zum Beginn meiner Wechseljahre zurückblicke, habe ich das Gefühl, dass ich eine lange Wegstrecke gegangen bin, auf der ich immer mehr Ballast abwerfen musste, um zu einer neuen Leichtigkeit, zu einem neuen Lebensgefühl und zu einer neuen „Lust der Hormone“ zurückzufinden. Zu Recht spricht man bei den Wechseljahren ja auch von einem „Change of Life“, und diesen Veränderungsprozess müssen wir Frauen auf allen Ebenen durchführen, sei es, dass wir zu einer neuen Work-Life-Balance finden, Stress reduzieren, schlechte Lebens- oder Ernährungsgewohnheiten überdenken und vieles mehr.

Viele Frauen sind wenig bis gar nicht oder nur in einem bestimmten Zeitabschnitt von Hitzewallungen & Co. betroffen, aber etwa ein Drittel leidet sehr stark unter Wechseljahresbeschwerden. Was könnte die Ursache für diesen unterschiedlichen Verlauf sein?

Petra Neumayer: Auch die Wissenschaft kann hierauf keine eindeutigen Antworten geben. Einflussfaktoren könnten eine langjährige Einnahme der Pille sein, aber auch die vielen Umweltgifte, mit denen wir konfrontiert sind, die sogenannten Xenoöstrogene. Diese docken nämlich an unsere Hormonrezeptoren an und können den Organismus durcheinanderbringen. Auch ein Östrogenmangel oder ein manifester Hormontiefstand von Progesteron und eine damit einhergehende Östrogendominanz können schwere Wechseljahressymptome verursachen.

Mit Ihrem Buch möchten Sie auch mit all den Mythen rund um die Wechseljahre aufräumen und mit einer neuen Perspektive auf diese Lebensphase blicken. Worin bestehen die bisherigen Auffassungen, und durch welche Sichtweise sollten diese abgelöst werden?

Petra Neumayer: Viele Frauen mit starken Wechseljahresbeschwerden fühlen sich stigmatisiert. Es ist ihnen peinlich, überhaupt darüber zu sprechen. Das muss aufhören! Wenn eine Frau einen Hormonmangel hat, dann haben ihre Beschwerden nichts mit Hysterie oder „Psycho“ oder damit zu tun, dass die Kinder aus dem Haus sind – sondern es besteht eine medizinische Ursache. Es ist doch auch niemandem peinlich, wenn die Schilddrüse nicht mehr genug Thyroxin oder die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr produziert. Wenn ein Labortest bestätigt, dass eine Frau beispielsweise kaum mehr Progesteron in ihrem Körper hat – dann handelt es sich hier ebenso um einen manifesten Hormonmangelzustand.

Alles, was mit den Wechseljahren zu tun hat, ist sehr individuell … genauso individuell wie der Hormonspiegel. In welchen Phasen verläuft die Menopause üblicherweise?

Petra Neumayer: Menopause – so benennt man kurz gesagt den Zeitraum, in dem die Regelblutung letztmalig auftritt. Doch schon davor, wenn ab einem Alter von etwa 40 Jahren die Hormonproduktion langsam abnimmt, können sich erste Beschwerden einstellen; man nennt diesen Zeitabschnitt Prämenopause. Und die Zeit von einem Jahr nach dem endgültigen Ausbleiben der Regelblutung heißt Postmenopause. Der Organismus benötigt im Durchschnitt zwei bis fünf Jahre, bis er sich an die neue hormonelle Situation gewöhnt hat. Dann lassen die Beschwerden bei den meisten Frauen trotz des niedrigeren Hormonstatus nach.

Ob Wachstum, Stoffwechsel oder Gefühle – an jeder noch so alltäglichen Reaktion sind die Hormone beteiligt. Dass diese im harmonischen Gleichgewicht bleiben, hängt auch von der Ernährung und dem Lebensstil ab. Was empfiehlt sich hier zur Optimierung der Meno-Balance?

Petra Neumayer: In meinem Buch beschreibe ich die größten „Hormonfeinde“ und die besten „Hormonfreunde“. Das sind quasi die Stellschräubchen in unserem Leben, an denen wir selbst drehen können, um die Meno-Balance zu optimieren. So ist Stress beispielsweise einer der großen Hormonfeinde. Nicht nur, weil er uns auf Dauer müde und krank macht und auslaugt, sondern weil er tatsächlich auch ein Hormonräuber ist. Durch unseren Lifestyle haben wir also maßgeblich Einfluss auf die Hormonbalance. Wenig oder gar kein hormonell belastetes Fleisch zu essen ist dabei genauso wichtig wie etwa der Verzehr von Obst und Gemüse, das tatsächlich noch über ausreichend Vitalstoffe verfügen sollte. Zudem gibt es natürlich auch viele Lebensmittel, die Beschwerden wie Hitzewallungen triggern. Dazu zählen beispielsweise scharfe Saucen, Kaffee und generell heiße Getränke. Wer Wechseljahrestees trinkt, sollte diese also etwas abkühlen lassen, sonst verfehlen sie ihre Wirkung.

Gerade in Bezug auf die Meno-Balance gibt es eine Vielzahl Heil- und auch Nahrungspflanzen, die das Hormonsystem beeinflussen und sogar die Hormonproduktion ankurbeln können. Welche sind dies, und was sollte bei der Anwendung beachtet werden?

Petra Neumayer: Ob Heiltees, Superfoods oder Nahrungsergänzungen – man sollte sie keinesfalls nach dem Gießkannenprinzip oder dem Herstellerversprechen planlos konsumieren! Denn in vielen Fällen liegt in der Zeit des Wechsels eine Östrogendominanz vor, das bedeutet: Wenn wir uns etwa einseitig ernähren, z. B. täglich sehr vielen Sojaprodukte zu uns nehmen, dann könnten wir durch die falsche Nahrungsmittelauswahl einen Östrogenüberhang noch zusätzlich forcieren. In diesem Fall sollte man also besser nach Lebensmitteln greifen, die in eine progesteronartige Richtung wirken, wie etwa Karotte, Spargel oder Süßkartoffeln. Darüber hinaus gibt es viele Multitalente, die einen Ausgleich bei verschiedensten Beschwerden bewirken können, wie etwa die Alchemilla (Frauenmantel), Brokkoli, Kokosöl, Griffonia & Co.

Ein Kapitel Ihres Buchs widmet sich den sogenannten bioidentischen Hormonen. Welche Rolle spielen eigentlich diese für die Hormonbalance?

Petra Neumayer: Bei Frauen, die an äußerst schweren Wechseljahressymptomen leiden, können bioidentische Hormone einen manifesten Hormonmangel ausgleichen und in die Beschwerdefreiheit führen. In meinem Buch erfahren Sie hierzu alles Wissenswerte, ab wann sich der Einsatz von bioidentischen Hormonen lohnt, ob Risiken bestehen und welche verschiedenen Anwendungsformen es gibt.

Buch-Tipp:

Petra Neumayer: Meno-Balance. Mankau Verlag, 1. Auflage April 2021, Klappenbroschur, 13,5 x 21,5 cm, 191 S., 14,95 Euro (D) / 15,40 Euro (A), ISBN 978-3-86374-587-5.
 
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