Ein neues Miteinander der Geschlechter

Die Kraft des Weiblichen versöhnt die Gegensätze, damit Frauen und Männer ihr volles Potenzial entfalten und in Frieden mit sich und der Welt leben können

Kristina Rumpel erzählt in ihrem neuen Buch die Menschheitsgeschichte als eine Geschichte der Frauen. Die Verdrängung der Weiblichkeit und eine fehlgeleitete Männlichkeit haben demnach zu den Katastrophen dieser Welt geführt. Statt in Gegensätzen zu denken, gilt es diese zu integrieren.

Was bedeutet Frau, was bedeutet Mann?
Als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Deutschen Bundestag wurde Familien- und Frauenpolitik zum Fachgebiet der studierten Soziologin Kristina Rumpel. Die freie Autorin, Trainerin und Mentorin zur Stärkung der Frauenkraft in allen Lebensbereichen erkundet in ihrem zweiten Buch „Die Kraft des Weiblichen“ die Grenzen und Gefahren der bislang als gegensätzlich gedachten Konzepte:
„Unsere Vorstellungen von männlich und weiblich sowie von Frau und Mann sind durch die Verdrehung der Jahrtausende so ins Chaos gestürzt worden, dass wir uns erst einmal klarmachen müssen, worin eigentlich der Unterschied zwischen den Begriffen Mann/Frau, männlich/weiblich liegt und worin bisher die Verdrehung und die Missverständnisse zwischen den Geschlechtern lagen, die eine Aussöhnung verhindert haben.“ Anschließend geht es ihr darum, eine neue Integrationsfähigkeit auszubilden, die es erlaubt, das Gemeinsame in der Vielfalt zu erkennen und die trennenden Aspekte, die allein dem Denken entspringen, hinter uns zu lassen.

Gleichberechtigung und Geschlechterkonstruktion
Das viel gescholtene „Gender-Mainstreaming“, also der Blick, der sich aus der Unterscheidung nach Sex (biologisches Geschlecht) und Gender (sozial konstruiertes Geschlecht) ergibt, eigne sich nach Ansicht der Expertin für eine neue Geburtskultur hervorragend, um strukturelle Ungleichheiten aufzuspüren und sich ihrer bewusst zu werden. Doch sei die Unterscheidung von Gender und Sex einmal mehr ein Gedankenkonstrukt, das auf Teilung und Trennung aus ist, und greife auch deswegen zu kurz, weil die Anbindung an die universelle Lebensenergie fehle.
Daher wird es gerade von jungen Menschen eher belächelt als angenommen – und nicht etwa, weil alle Ungleichheiten schon beseitigt wären. Sie spüren intuitiv, dass Mann und Frau vor allem lebendige, beseelte Wesen sind. Seelen differenzieren nicht zwischen Sex oder Gender – genauso wenig, wie diese Zuschreibungen den im Menschen innewohnenden Qualitäten männlich/weiblich Rechnung tragen. Die Unterschiede formen das Leben als Ganzes, ohne zu trennen.
Durch die Ungleichbehandlung von Mann und Frau lag der Fokus all die Jahre auf der Befreiung der Frau vom Mann, also von Bevormundung und Rollenfestschreibung. Im Streben nach Emanzipation konstruierte sich die Frau als gleichwertig zum Mann. Sie wollte die gleichen Rechte, die gleichen Freiheiten, die gleichen Aufgaben, die gleiche Macht und so weiter. Und obwohl diese Forderungen alle wichtig und richtig sind, bleiben sie doch hinter dem zurück, um was es eigentlich geht. Es geht um die Befreiung der Weiblichkeit als wesentliche Qualität des Lebens.

Die Polaritäten des Lebens
Auch wenn es körperliche Bedingtheiten gibt und das Weibliche durch die Fähigkeit zu gebären eine natürliche Auszeichnung erfährt, so ist der Mensch doch mehr als sein Körper. Er besitzt wie jedes Lebewesen Seelenqualitäten, die ihn auszeichnen. Die Frage nach weiblichen und männlichen Eigenschaften setzt für Kristina Rumpel auf dieser Ebene an und kann daher nicht ausschließlich körperlich oder sozial-kulturell beantwortet werden. „Männlich und weiblich sind Energien oder Kraftpole, innerhalb derer Leben entsteht und sich fortwährend entwickelt. Im Menschen wirken stets beide Kräfte, männliche wie weibliche.“
Je nachdem, in welcher Qualität diese Kräfte fließen, entwickelt sich die Persönlichkeit eines Menschen, die unabhängig von Geschlecht und Aussehen männlich oder weiblich geprägt sein kann. Für ein erfülltes, ausgeglichenes Leben braucht der Mensch männliche wie weibliche Energien, damit er aus dem Vollen schöpfen kann. Voraussetzung hierfür ist die Wertschätzung beider Lebensenergien und ihre Befreiung von gesellschaftlichen Vorgaben und Meinungen: „Wenn wir uns befreien von Stereotypen und gesellschaftlichen Rollenerwartungen und aufhören, dem Zeitgeist nachzujagen, sondern vielmehr lernen, uns wieder wahrhaftig zu spüren, dann können wir die Qualitäten von weiblich und männlich in uns zum Lehrmeister für das Leben machen.“ Diese Kräfte miteinander auszusöhnen, sei der Schlüssel zum Ausgleich der zerstörerischen Kräfte. Freiheit für die weibliche Kraft bringt Freiheit für Frau und Mann im 21. Jahrhundert – die Voraussetzung für Frieden in der Welt.

Buch-Tipp:
Kristina Marita Rumpel: Die Kraft des Weiblichen. Der Schlüssel von Frau und Mann in eine lebensbejahende Welt. Mankau Verlag GmbH, 1. Aufl. November 2016, Klappenbroschur 16 x 22 cm, durchgehend farbig, 159 S., 15,95 € (D) / 16,40 € (A), ISBN 978-3-86374-302-4.

Link-Empfehlungen:
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