Schmerzen einfach wegkleben

Nora Reim zeigt, wie man sich mit „Taping“ bei körperlichen Beschwerden selbst hilft

Der Kompakt-Ratgeber „Taping“ befasst sich mit der Herkunft der beweglichen Baumwollpflaster und erklärt, wie sich die Klebetechnik auf den Körper auswirkt. Nicht nur Leistungssportler profitieren von den bunten Bändern, sondern auch medizinische Laien – ohne großen Kosten- und Zeitaufwand.


Fit und schmerzfrei dank bunter Tapes
Seit einigen Jahren fallen bei den internationalen Sportveranstaltungen immer wieder Athleten auf, die ihren Körper nicht nur durch Tattoos, sondern auch mit bunten Klebebändern verzieren. Inzwischen tragen immer mehr Menschen die elastischen Baumwollpflaster auf der Haut. Doch sind die sogenannten „Tapes“ nicht nur trendige Lifestyle-Produkte, sondern stammen aus dem medizinischen Bereich und leisten vor allem bei Sportverletzungen erfolgreich Hilfe. Physiotherapeuten haben damit zahlreiche Leistungssportler so behandelt, dass sie trotz Schmerzen weitertrainieren konnten.
Die Sportjournalistin und Ratgeber-Autorin Nora Reim hat sich intensiv mit der therapeutischen Technik des Tapens beschäftigt und ermutigt in ihrem neuen Buch mit praktischen Anleitungen in Wort und Bild, bei körperlichen Beschwerden – frei von chemischen Nebenwirkungen – selbst Hand anzulegen: „Quälen Sie sich nicht länger durch den Schmerz – kleben Sie ihn einfach weg!“

Geschichte und Methoden
Geklebt wurde schon vor Tausenden von Jahren, allerdings nicht mit den atmungsaktiven und hautverträglichen Streifen von heute. Vielmehr versorgten die Griechen und Ägypter ihre Verletzten mit einfachen Verbandsmaterialien. Dabei handelte es sich um Stoffstreifen, die in Harz getränkt wurden und bombenfest auf der Haut klebten. Erst mit der Entwicklung des Heftpflasters durch den Apotheker Beiersdorf gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde eine funktionelle Klebetechnik zur hautschonenden Stabilisierung von Gelenken möglich. Von den USA ausgehend eroberte der elastische Verband als Schutz vor Verletzungen die Sport-Welt.
Taping, das Anlegen der Streifen oder Bänder auf der Haut, gilt als eine Form der Manualtherapie, die bevorzugt von Physiotherapeuten angewandt wird. Im Verlauf der Zeit haben sich verschiedene Taping-Methoden entwickelt. Angefangen vom rigiden Taping mit starren Verbänden über elastische Kinesio-Streifen nach Dr. Kenzo Kase bis zum Aku-, Faszien- oder Dolo-Taping an den Meridianen, an den Leitbahnen des Bindegewebes oder an den Schmerz- und Trigger-Punkten ist alles möglich.

Wirksamkeit und Anwendung
Trotz aller positiven Berichte von Sportlern und Therapeuten ist der gesundheitliche Nutzen des Klebebands umstritten. Das liegt daran, dass es bisher keine wissenschaftliche Studie gibt, die die Wirksamkeit eines Tapes bei seinem Träger bestätigt. Peter Gräschus, Physiotherapeut der Handball-Nationalmannschaft, betont daher in seinem Vorwort, dass Taping nicht die physikalische Therapie ersetzt, sondern allenfalls eine Ergänzung zu Krankengymnastik und Co. ist.
Doch der Betreuer der „Bad Boys“ ist davon überzeugt, dass die Technik des Tapens jeder, also auch der medizinische Laie, lernen kann. Dazu bedarf es keiner Vorkenntnisse, sondern lediglich etwas Übung im Anlegen des Klebebands. Richtig angelegt, kann das Klebeband nicht nur Schmerzen lindern und Verletzungen vorbeugen, sondern auch Schwellungen reduzieren und im Körper ausstrahlen. „Sie können dabei absolut nichts falsch machen – im Gegenteil: Ihre Beschwerden können nur besser werden!“, betont die Taping-Expertin Nora Reim.

Buch-Tipp:
Nora Reim: Taping. Kompakt-Ratgeber
Wie Sie Schmerzen einfach wegkleben und wieder beweglicher werden. Mankau Verlag, 1. Aufl. Februar 2017, Klappenbroschur, 11,5 x 16,5 cm, durchgehend farbig, 126 S., 8,99 Euro (D) / 9,20 Euro (A) ISBN 978-3-86374-361-1.

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