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Interview mit der Still-Expertin Vivian Weigert: „Ich will Frauen Mut machen: Ihr alle habt die wunderbare Gabe, euer Baby an der Brust ernähren zu können!“

„Während das Baby an der Brust seiner Mutter trinkt, befinden sich die beiden in einer einzigartigen Beziehung zueinander, die seelisch so tief zufriedenstellt, dass sich beim Baby ein tiefes Urvertrauen aufbaut.“ Im Interview spricht die erfahrene Eltern-Säuglingsberaterin, Osteopathin und Homöopathin Vivian Weigert über die Vorzüge des Stillens, aber auch über den Umgang mit Stillproblemen. Die Autorin des vielfach bewährten Ratgebers „Stillen. Das Begleitbuch für eine glückliche Stillzeit“ ist überzeugt: „Stillen ist einfach, und praktisch jede Frau kann es – wenn sie die richtige Beratung und Unterstützung bekommt.“

Die Weltgesundheitsorganisation, UNICEF und die Nationale Stillkommission in Deutschland empfehlen, dass Säuglinge bis zum Alter von vier bis sechs Monaten ausschließlich mit Muttermilch ernährt und anschließend neben angemessener, ausreichender Beikost weiterhin bis zum Alter von zwei Jahren oder darüber hinaus gestillt werden sollten. Was ist die optimale Dauer für das Stillen?

Weigert: Diese Empfehlungen machen klar, ab welchem Alter Kinder zusätzlich zur Milch ein Beikostangebot brauchen und wann es dafür noch zu früh wäre. Die optimale Dauer für das Stillen bestimmt idealerweise die Mutter selbst. Nur sie weiß, wann der individuell richtige Zeitpunkt für sie und ihr Kind gekommen ist, mit dem Stillen aufzuhören. Das heißt, idealerweise sollte keine Frau aufgrund von Problemen vor diesem Zeitpunkt abstillen müssen.

Mein Buch kann hier eine ausschlaggebende Hilfe sein. Gleichzeitig besitzt jede Mutter die Freiheit, nicht länger zu stillen, als sie sich damit grundsätzlich wohl fühlt. Deshalb steht meine Beratung unter dem Motto: „Stillen lohnt sich immer. Egal, ob Ihr Kind einige Wochen lang gestillt wird oder viele, viele Monate, es wird auf jeden Fall ein Gewinn sein.“

Was spricht denn überhaupt für das Stillen?

Weigert: Ihr Baby – darin sind sich alle Eltern einig – soll das Beste bekommen, was sie ihm bieten können. Deshalb entscheiden sich heute werdende Mütter in der Regel für das Stillen. Was dabei am meisten ins Gewicht fällt, ist das Wissen, dass ihr Baby mit der Muttermilch von Geburt an einen individuell optimierten Immunschutz erhält, der durch nichts zu ersetzen ist. Es gibt keine andere Möglichkeit, einem Neugeborenen dieses wertvolle „Vorsorgepaket“ der Natur mitzugeben, als das Stillen von Anfang an.

Das Stillen sättigt ein Baby aber nicht nur auf der körperlichen Ebene und schützt es auch nicht nur rein immunologisch. Während das Baby an der Brust seiner Mutter trinkt, befinden sich die beiden in einer einzigartigen Beziehung zueinander, die seelisch so tief zufriedenstellt, dass sich beim Baby ein tiefes Urvertrauen aufbaut. Bindungsforscher sind davon überzeugt, dass diese umfassende Geborgenheit und Sicherheit am Lebensanfang ausschlaggebend für die Entfaltung eines gesunden Selbstwertgefühls sind.

In Umfragen geben die meisten Schwangeren an, ihr Baby die empfohlenen vier bis sechs Monate voll stillen zu wollen. Doch weniger als der Hälfte gelingt das. Woran liegt das?

Weigert: Es fehlt weder an Durchhaltevermögen noch an gutem Willen. Wenn eine Stillbeziehung nach wenigen Wochen endet, dann in den seltensten Fällen auf Wunsch der Mutter. „Bei mir hat's leider nicht geklappt“, sagen mir diese Frauen traurig. Dieses Bild ist immer noch in den Köpfen: dass Stillen irgendwie Glückssache sei – die einen könnten es, die anderen nicht. In Wirklichkeit aber kann das praktisch jede Frau – wenn sie die richtige Beratung und Unterstützung bekommt.

Der Grund für Stillprobleme liegt nicht in der Natur des Stillens selbst, sondern in einer unzureichenden Stillpraxis, die erwiesenermaßen durch mangelnde Information, unzuträgliche Versorgung und falsche Anleitung häufig schon während der Nachgeburts- und Wochenbettphase entsteht. Allesamt Faktoren also – das ist die gute Nachricht –, die sich vermeiden oder korrigieren und ins Positive wenden lassen!

Wie können Sie Schwangeren da helfen?

Weigert: Ich will Frauen Mut machen: Ihr habt die wunderbare Gabe, euer Baby an der Brust ernähren zu können. Lasst euch das nicht nehmen, sondern fordert die Hilfe ein, die ihr braucht. Denn die Gründe für unfreiwilliges frühes Abstillen sind immer die gleichen: entweder starke Schmerzen beim Stillen oder das Gefühl, das Baby würde nicht satt. Das sind Probleme, die mit der richtigen Stillberatung gar nicht erst auftreten – oder schnell gelöst werden können.

Besonders wichtig für die Stillbeziehung sind die ersten Stunden nach der Geburt. Also sollten Mütter darauf bestehen, in dieser Zeit nicht von ihrem gesunden Baby getrennt zu werden. So kann die U1 beispielsweise auch auf dem Bauch der Mutter gemacht werden, und alle Routine kann warten, bis das Baby zum ersten Mal an der Brust lag. Die meisten Frauen genießen das Stillen dann sehr.

Warum brechen so viele Mütter das Stillen gerade im vierten Lebensmonat ab?

Weigert: In diesem Alter lassen sich Babys relativ leicht ablenken. Sehen sie beim Trinken etwas Spannendes, zappeln sie herum, docken sich ab – und holen in der Nacht die Milchmahlzeiten des Tages nach. Die Mütter haben nachts dann stündlich ihr Kind an der Brust, sind erschöpft und denken schließlich, dass ihre Milch eh nicht mehr reicht.

Was können Mütter in dieser Situation tun?

Weigert: Meine Empfehlung lautet, das Baby vorübergehend tagsüber etwa alle zwei Stunden an die Brust zu legen und durch häufigeres Wechseln beider Seiten die Mahlzeiten tagsüber wieder zu intensivieren (wie detailliert im Buch beschrieben). Nachts hingegen sollte nur das Minimum angeboten werden. Nach etwa zwei Wochen zeigt sich der Erfolg.

Leider beobachte ich immer wieder, dass Mütter denken, sie dürften nicht in den Stillrhythmus eingreifen. Schreibt eine Mutter in einem Internetforum, dass sie von den durchgestillten Nächten völlig erschöpft ist, kriegt sie oft zur Antwort: „Halt‘ durch und gib deinem Baby jederzeit, was es braucht!“ Damit wird ihr Problem aber weder ernst genommen noch gelöst, denn das Baby würde seinen Bedarf auch tagsüber stillen. Viele Frauen wollen vor allem deshalb abstillen, weil sie den Schlafmangel nicht mehr aushalten. Wenn ich ihnen dann vorschlage, erst mal nur nachts abzustillen, sind sie ganz verblüfft. Das soll gehen? Klar geht das!

Wann ist aus Ihrer Sicht der optimale Zeitpunkt zum Abstillen?

Weigert: Ganz einfach – wenn eine Mutter merkt, dass sie nicht mehr stillen will. Nicht, weil die anderen sagen, sie sei eine Glucke. Sondern weil sie selbst spürt: Jetzt ist es genug. Auch eine sehr kurze Stillzeit lohnt sich übrigens, ebenso wie das „kaum noch“ Stillen beim Kleinkind, denn Muttermilch ist immer wertvoll. Egal, ob eine Mutter ihrem Kind einige Wochen oder viele Monate lang die Brust gegeben hat – sie kann in jedem Fall stolz darauf sein.

Buch-Tipp:
Vivian Weigert: Stillen. Das Begleitbuch für eine glückliche Stillzeit. Mankau Verlag, 1. Aufl. Sept. 2019, aktual. Taschenbuch-Sonderausgabe mit Umschlagklappen, 12 x 19 cm, 238 Seiten, 12,90 Euro (D) / 13,30 Euro (A), ISBN 978-3-86374-532-5.

Link-Empfehlungen:
Mehr Informationen zum Buch "Stillen. Das Begleitbuch für eine glückliche Stillzeit"
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