Dr. Daniel Dufours Bestseller „Das verlassene Kind“ erscheint erstmals als Taschenbuch

In seinem erfolgreichen Ratgeber sieht der Schweizer Arzt und Autor die Erfahrung des frühen Verlassenwerdens als eine der häufigsten Ursachen für psychische Probleme und gescheiterte Beziehungen. An einfühlsam geschilderten Fallbeispielen entwickelt er eine Behandlungsmethode, die für interessierte Laien und sogar Therapeuten ganz neue Denkansätze bietet.

Verlassensein – konkret und im übertragenen Sinne

Während seiner langen Berufslaufbahn – zunächst als Chirurg in Entwicklungsländern und als Abgesandter und Koordinator für das Internationale Rote Kreuz in Kriegsgebieten, später als Arzt, Gründer und Leiter der Vitamed-Klinik in Genf – musste Dr. med. Daniel Dufour feststellen, dass der Verlust von Partnern, Kindern oder Eltern sowie Vertreibung und Verfolgung zu Reaktionen führen, die von der Medizin nur unzureichend erkannt und behandelt werden.

Ein Gefühl der „Verlassenheit“ kann jedoch bei einem Kind nicht nur durch ein konkretes Erlebnis entstehen; oft ist es schon ausreichend, wenn das Kind sich nicht geliebt, nicht angenommen und nicht verstanden fühlt. Diese Erfahrung des Verlassenseins kann sich später im Erwachsenenalter in einer Reihe körperlicher und seelischer Beschwerden äußern, die von leichter Beklommenheit über Bindungsprobleme bis hin zu Ängsten, von Depressionen bis hin zu Aggressionen reichen können.

Da laut Dufour „allein der Betroffene in der Lage ist, die nötigen Schritte zu seiner Genesung zu machen“, liege der Schlüssel zu seiner Heilung in der Aneignung einer bestimmten Daseins- und Handlungsweise, um wiederkehrende Ängste und das Scheitern sozialer Beziehungen zu überwinden. Die von ihm entwickelte OGE-Methode dient dazu, die Aufmerksamkeit auf den physischen und sinnlichen Teil des Körpers zu lenken, um seine Emotionen zu erkennen und das innere Wesen wiederzufinden.

Das Phänomen des Verlassenwerdens 

Vielen Betroffenen ist die Ursache ihrer Ängste, Aggressionen und Beziehungsprobleme meist gar nicht bewusst. Dabei bestehe diese immer in einer reellen oder gefühlten Erfahrung des Verlassenwerdens, die während der fötalen Phase oder in der – oft frühen – Kindheit stattgefunden hat. Ein Mensch, der sich verlassen fühlt, wird sich auch ausgegrenzt oder sogar unwürdig vorkommen. Aus dieser Abwertung leitet er ab, dass er es nicht wert ist, geliebt zu werden, auch wenn es sich bei dieser Sichtweise um eine intellektuelle Deutung seines „Egos“ handelt.

Die klassische Psychiatrie fasst unter der „Verlassenheitsneurose“ ein klinisches Syndrom zusammen, bei dem die Angst vor dem Verlassenwerden und ein übersteigertes Sicherheitsbedürfnis vorherrschen. Das daraus resultierende „abnorme“, d. h. abweichende oder auffällige Verhalten soll mit Hilfe analytischer und verhaltens­therapeutischer Maßnahmen korrigiert und mit Psychopharmaka kontrolliert werden.

Demgegenüber rückt Dufour den unter der Verlassenheit leidenden Menschen und seine Emotionen in den Mittelpunkt. Nicht die Emotion sei es, die das Leiden auslöst, sondern ihre durch die „Denke“ erzwungene Unterdrückung. Unterdrückt werden kann dabei das Erkennen dieser Emotion, was man aufgrund dieser Emotion verspürt oder wie man diese Emotion ausdrückt.

Die OGE-Methode

Solange bei der Analyse rein intellektuell vorgegangen wird, sei nicht zu verstehen, welchen Einfluss dieses Ereignis auf unter Verlassenheit leidende Menschen hat. „Es muss dem Verlassenen also gelingen, seine Denke zum Schweigen zu bringen, wenn er will, dass es ihm besser geht und er genesen kann“, fordert Dr. med. Dufour daher. Der alternative Ansatz begreift die Symptome als Signale dafür, dass etwas unterdrückt wird und der Körper Alarm schlägt.

Wenn wir uns gestatten, diese Emotionen auszuleben, gibt unser Körper uns sofort eine entscheidende Information: Eine deutlich fühlbare körperliche Entspannung breitet sich in uns aus, ein Zeichen dafür, dass wir auf dem besten Wege sind, uns selbst zu respektieren. Statt den Patienten in eine Situation der Minderwertigkeit zu versetzen und von der Person des Therapeuten abhängig zu machen, setzt das OGE-Konzept auf eine freie Begleitung, damit der Betroffene seine Unabhängigkeit wiederfindet, indem er sich von der Macht des Egos befreit. Sich selbst zu entdecken führt auch dazu, sich selbst zu lieben, um auch andere besser lieben zu können und in Harmonie mit seiner wahren Natur zu leben.

 

Buch-Tipp:
Dr. med. Daniel Dufour: Das verlassene Kind - Gefühlsverletzungen aus der Kindheit erkennen und heilen. Mankau Verlag, 1. Auflage Mai 2020, Taschenbuch, 12 x 19 cm, 190 Seiten, 12,90 Euro (D) / 13,30 Euro (A), ISBN 978-3-86374-533-0.

Link-Empfehlungen:
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